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Am Anfang standen zahllose Substantive wie Müdigkeit, Eindeutigkeit, Fähigkeit, Großzügigkeit oder gar Vollständigkeit - allesamt aus Adjektiven auf -ig gebolden und allesamt klobig, dittologisch und alles andere als Zeichen einer starken Sprache, lässt doch schon die ständige Nachsilbe -ig eine bereits bestehende Ableitung vermuten, von der man dann nicht mit einer zweiten Nachsilbe noch einmal ableiten will. Zwar findet man die dahinter stehenden Substantive wie Mud, Eindaut, Fah, Großzug oder Vollstand nicht im Wörterbuch - doch hier heißt es Tatsachen schaffen und Substantive aus Adjektiven rückzüchten!

Mit der Zeit fielen uns zahlreiche weitere unerwunsche Endungen auf und „starke“ Methoden ein, aus Verben, Substantiven, Adjektiven und anderen Stämmen neue Substantive zu bilden. Hier sind sie, nun in größtmöglicher Übersichtlichkeit Übersilcht:

Inhaltsverzeichnis

Substantive aus Adjektiven

Eigenschaften

Diese Substantive bezeichnen jeweils die Eigenschaft, die das zugrunde liegende Adjektiv benennt.

Adjektive auf -ig

-ig-Strich und Ablaut

Bei Adjektiven, die auf -ig enden, wird dieses gestrichen, und davor abgelautet:

fähig die Fah die Fähigkeit
heilig die Hiel die Heiligkeit
lebendig die Leband die Lebendigkeit
müde1 die Mud die Müdigkeit
üppig der Upp die Üppigkeit

1 müde endet zwar nicht auf -ig, doch die gängige Substantivur Müdigkeit tut so. Warum nicht auch unsere starke Substantivur?

Man sieht schon, wie viel kürzer, stärker und schöner die so erzugenen Substantive im Vergleich mit den bisher üblichen sind. Die Methode ist jedoch kein Allheilmittel, schließlich ist das Ablauten bei Vokalen wie o oder u nicht immer so schön möglich, und litte man Fund von findig ab, gäbe es Verwechslungen, ein Fund ist schließlich nicht dasselbe wie Findigkeit. Dafür gibt es eine Variante mit Fremdworttouch:

-ig-ik-Wechsel
bullig die Bullik die Bulligkeit Die Wissenschaft von der Bullik ist die Bullistik.
findig die Findik die Findigkeit die Fund
kundig die Kundik die Kundigkeit
rostig die Rostik die Rostigkeit
wendig die Wendik die Wendigkeit die Wand

Adjektive auf -lich

-ich-Strich und Ablaut

Das -ich wird gestrichen, das -l darf bleiben. Spricht es sich jedoch am Wortende nicht gut aus, wird es an eine passende Stelle im Wortinneren verschoben. Es wird abgelautet.

bedrohlich die Bedraul die Bedrohlichkeit (nicht verschoben)
gemütlich die Gemult die Gemütlichkeit (verschoben)
hässlich die Halß die Hässlichkeit (verschoben)
herrlich die Harrl die Herrlichkeit (nicht verschoben)
plötzlich die Ploltz die Plötzlichkeit (verschoben)
Eine andere Mögnis:

Legt man Wert darauf, verstanden zu werden, kann man -lich auch ganz streichen und statt dessen -nis anhängen. Die entstehenden Substantive sind immer noch kürzer und knackiger als sonst üblich:

höflich die Höfnis die Höflichkeit
ritterlich die Ritternis die Ritterlichkeit
zögerlich die Zögernis die Zögerlichkeit
-ich-ik-Wechsel

Als weitere Option kann man auch wie unter 1.1.1.2 die Endsilbe -ik wählen:

erklärlich die Erklärlik die Erklärlichkeit
königlich die Königlik die Königlichkeit
lächerlich die Lächerlik die Lächerlichkeit

Adjektive auf -er oder -ern

r-Verschub, Ablaut und End-Schwa

Die Endsilbe wird durch ein einfaches -e bzw. -he ersotzen, das charakteristische r jedoch muss bleiben. Es findet irgendwo weiter vorne Asyl. Wo’s passt, wird ab- oder auch umgelautet.

lecker die Lärcke die Leckerheit
locker die Lörcke die Lockerheit
munter die Mürnte die Munterkeit
schüchtern die Schürchte die Schüchternheit
sicher die Sarche die Sicherheit

Adjektive auf -an

Ei!

Hier erschafft starke Substantivierung einen poetischen, mittelalterlichen Klang. Und es ist noch nicht einmal aufwändig – einfach ein -ei anhängen!

montan die Montanei die Montanität
spontan die Spontanei die Spontaneität
urban die Urbanei die Urbanität

Adjektive auf -abel oder -ibel

l-Verschub und Ablaut

Die Nachsilben -abel und -ibel sind wichtig, weil sie semantisch hoch geladen sind: Sie bedeuten Möglichkeit oder Empfänglichkeit. Eine umständliche Erweiterung auf -ilität zur Substantivierung ist nicht jedoch erforderlich. Es reicht, das b zu erhalten, das l an eine Stelle guter Aussprechbarkeit zu verschieben und abzulauten...

akzeptabel das Akzeptulb die Akzeptabilität
praktikabel das Praktikulb die Praktikabilität
kompatibel das Kompatalb die Kompatibilität
penibel das Penalb die Penibilität
suszeptibel das Suszeptulb die Suszeptabilität

Andere Adjektive mit lateinischen Wurzeln

Ablaut – und sonst gar nichts...
anonym das Anonum die Anonymität
banal das Banil die Banalität
legitim das Legitam die Legitimität
morbid das Morbud die Morbidität
seriös das Serios die Seriosität

Adjektive auf -bar

-bar ist die deutsche Antwort auf das lateinische -abel/-ibel und drückt die Möglichkeit oder Empfänglichkeit aus. Zum Beispiel heißt die Möglichkeit, Stühle zu stapeln, bisher die Stapelbarkeit dieser Stühle, und die Empfänglichkeit irgendwovon für Reize, heißt Reizbarkeit. Dieses -barkeit ist ein bisserl lang – -bark oder alternativ -bur tut es auch.

Ablitt mit -bark
hörbar die Hörbark die Hörbarkeit
paraphrasierbar die Paraphrasierbark die Paraphrasierbarkeit
stapelbar die Stapelbark die Stapelbarkeit
Ablitt mit -bur
fassbar die Fassbur die Fassbarkeit
reizbar die Reizbur die Reizbarkeit
unanfechtbar die Unanfechtbur die Unanfechtbarkeit

Andere deutsche Adjektive

Ab- oder Umlaut + End-Schwa

Endet das Adjektiv auf -en, fällt diese Nachsilbe flach. Nach optionaler Ab-, Um- oder Rückumlautung tritt die Endsilbe -e bzw. -he hinzu:

böse die Bose die Bosheit
dumm die Dümme die Dummheit
fein die Fiene die Feinheit
frech die Frache die Frechheit
selten die Salte die Seltenheit
Ab- oder Umlaut ohne Nachsilbe

Ohne Nachsilbe geht’s manchmal auch sehr schön, die entstehenden Substantive sind dann maskulin:

befangen der Befang die Befangenheit
benommen der Benömm die Benommenheit
exakt der Exukt die Exaktheit
krank der Krunk die Krankheit
steif der Stief die Steifheit

Lateinische Adjektive

Ablaut und -t-Endung

Lateinische Adjektive auf -ivus, -icus, -ilis, -idus etc. zeugen oft deutsche Adjektive auf -isch, lateinische Substantive auf -itas und diese wiederum deutsche Substantive auf -ität. Auch gegen diese langweilige schwächliche Endung muss etwas unternommen werden:

rigidus die Ragut die Rigidität
volatilis die Volutult die Volatilität
festivus die Fastuft die Festitivität
electricus die Elaktrutzt die Elektrizität


Substantive aus Verben

Der Handelnde, nomen agentis

Verben auf -ieren

-ar-Endung

Ein Missionar ist jemand, der missioniert, ein Pulsar etwas, das pulsiert. Leider nutzen bisher viel zu wenige Verben diese Ableitungsmöglichkeit, um Substantive zur Bezinch dessen zu bilden, der das vom Verb Beschriebene tut. Dehnen wir das Muster aus:

gelieren der Gelar der Gelierer
rasieren der Rasar der Rasierer
zieren der Zar der Zierer

Bestehende -ar-Substantive kann man auf bislang unbekannte Verben zurückführen:

der Bibliothekar bibliothekieren Bücher ordnen, katalogisieren, buchen und für RUHE sorgen
Karin kieren was auch immer eine Karin tut...?
der Vikar vikieren sich praktisch auf den Pfarrberuf vorbereiten
-eur-Endung

Ein Kontrolleur ist jemand, der kontrolliert, ein Chauffeur jemand, der chauffiert. Auch diese Möglichkeit der Ableitung birgt noch ungenotzenes Potenzial.

hofieren der Hofeur der Hofierer
fixieren der Fixeur der Fixierer
verlieren der Verleur der Verlierer

Womit auch gekloren ist, was der Name der 80er-Jahre-Band Freur bedeutet. Auch hier funktioniert die umgekohrene Rucht:

der Franktireur franktirieren sich zu Freikorps zusammenschließen
der Ingenieur ingenieren technisch entwickeln
der Redakteur redaktieren redaktionell arbeiten
-ist-Endung

Der Vollstand halber sei auch sie noch erwohnen und zum Reprodukt empfohlen: So wie der, der komponiert, ein Komponist ist...

exerzieren der Exerzist der Exerzierer
frieren der Frist der Frierer
terminieren der Terminist der Terminator

Ryquärz:

der Kriminalist kriminalieren Fälle knacken
der Prokurist prokurieren umfassende Vollmachten ausüben
der Sadist sadieren quälen und sich daran erfreuen

Die Endungen -ator und -itor lassen wir hier unter den Tisch fallen, da sie zweisilbig sind und es uns hier ja auch um den Verkurz geht. Sollen halt die Terminatoren zu Terministen und die Indikatoren zu Indikaren werden!

Verben auf -auen

Umlaut nach dem Muster brauenBräu
bauen der Bäu Bauherr, Architekt oder Polier
hauen der Häu entsprechend Bildhäu, Fleischhäu usw.
schauen der Schäu Der Schäu im Unterholz verlor seine Scheu und wug sich näher an die sich unbeobachtet Wähnenden.

In der weiblichen Form ergeben sich schöne Triphthongoide: Bäuin, Häuin, Schäuin...

Andere Verben mit vokalischem Stamm

Kaudale Konsonanten

Jemand, der geht, ist ein Gänger. Etwas, das steht, ist ein Ständer. Ein Muster, das auf weitere Verben und auch direkt auf weibliche ausführende Personen ausgewitten zu werden verdient.

drehen der Dränder, die Drande der Dreher, die Dreherin
beehen der Beämber, die Beambe
blähen der Blämber, die Blambe
mähen der Mämber, die Mambe Die Mambe griff sich den Rasenmämber und erfüllte beider Bestimmung.
spähen der Spämber, die Spambe der Späher, die Späherin

Das Werkzeug

Via Adolf Josef Storfer (Im Dickicht der Sprache, ersch. 1935) und Karsten Fleischer (Verbzeuge) erfuhren wir von einem Ableitungsmuster, das, grob gesprochen, aus Tätigkeiten die dazu nützlichen Werkzeuge macht. Zum Beispiel decken → der Deckel, nähen → die Nadel, stampfen → der Stempel. Und da die GSV jedes alte Ableitungsmuster wieder befruchtet, das nicht bei Drei auf den Bäumen ist (das war jetzt etwas übertrieben, aber Sie wissen schon)...

abbiegen der Abbügel So ähnlich wie ein Lenker, aber nur dazu geeignet, wirklich abzubiegen. Zum Ausweichen nicht geeignet. KF
abhängen der Abhenkel 1. äußere Umstände, die Antriebslosigkeit verursachen KF
2. Hängematte, Bierflasche, Popcorn oder was man sonst so zum Abhängen braucht KE
abheben der Abhebel physikal.: Brennstoff etc. psycholog.: Ereignis, das einen in einen vollkommen anderen Gemütszustand überführt etc. KF
ableiten der Ablittel Auf dieser Seite haben wir viele Ablittel und Beispiele zusammengestellt. KE
anecken der Anickel der Stein des Anstoßes AZ
antreiben der Antriebel Motor AZ
ausklingen die Ausklingel z.B. der Gong nach der zwanzigminütigen Theaterpause KF
dichten die Duchtel Stift, Papier, Reimlexikon sind bekannte Duchteln AZ
drängen der Drenkel ein Mensch, der einen beeinflussen will AZ
drehen die Druchtel die Drehbank AZ
entdecken der Entdeckel z.B. ein Metalldetektor, um bei der Lösung von Kriminalfällen die Tatwaffen ausfindig zu machen KF
kiesen der Küsel Etwas, mit dessen Hilfe man eine Wahl trifft. Zum Beispiel soll in Schillers Ballade Der Taucher ein goldener Becher als Küsel dienen.
kriegen das Krügel der Gegenstand, Kniff o.Ä., mit dem man letztendlich an etwas oder jemanden herankommt
Dieb: Die Bekanntschaft mit dem Museumswärter war mein Krügel für den Diamanten. Der wiederum war mein Krügel für meine angebetete Betty.
Ermittlerin: Die rote Feder, die Sie dummerweise hinterlassen haben, war mein Krügel für Sie. KE
lecken das Leckel z.B. ein Steckerleis AZ
leiten der Littel Kupferdraht ist ein guter Littel. AZ
mampfen der Mempel Kauhilfswerkzeug KF
nerven der Nerbel Melodicae und Ratschen von McDonald's sind hervorragende Nerbel.
plagen der Plegel Heuschrecken, Katapulte, aufblasbare Baseballkeulen, Blockflöten...
schmecken der Schmeckel Die Suppe ist fade, es bedarf noch eines Schmeckels wie Salz, Curry oder Tabasco.
schneiden der Schnittel Oberbegriff für Messer und Scheren AZ
siegen der Sügel der entscheidende Schachzug, der zum Matt des Gegners führt AZ
singen der Singel etwas, was einen zum singen bringt oder was man zum singen benötigt, also zB eine Pistole auf der Brust oder ein voller Hals oder ein Badezimmer KF
spähen die Spadel ein Fernglas, Nachtsichtgerät o.Ä. KF
verfechten die Verfuchtel eine Art Anwalt, um seine Meinung verteidigen zu können KF
vergreifen der Vergriffel derjenige Gegenstand, dessen Er-, Be- oder Antastung eventuell zu einer Anklage führt (worauf man dann eine Verfuchtel benötigt) KF
züchten die Zuchtel Zuchtsau (tatsächlich belegt) AZ

A propos Züchten: Manch ein Substantiv kann man zum Werkzeug erklären und die entsprechende Tätigkeit rückzüchten:

die Insel insen sich in Abgeschiedenheit erholen KE
das Kabel kaben (zwei Geräte) verbinden KE
der Knebel kneben schweigen machen AZ

Der Ort

Verben auf -itzen

Nach dem gleichen Ableitungsmuster (Auflaut, ggf. ggf. (sic!) von Verbkonjugationen inspirorene Konsonantenwechsel, -el-Endung) kann man vorgehen, um die Orte, an denen die jeweiligen Tätigkeiten stattfinden, zu bezeichnen. Vorbild ist der Sessel, der Ort, an dem man sitzt.

blitzen der Blessel Fotostudio oder Verkehrskontrolle
schwitzen der Schwessel z.B. die Sauna
erhitzen der Erhessel wahlweise ein Topf, Teekesselchen, Wasserkocher oder eine Mikrowelle

Andersherum:

die Nessel nitzen sich in die Nesseln gesotzen haben
die Fessel fitzen Ich habe ihn gesehen, er fitzt am Stuhl!
der Kessel kitzen Ich wollte schon immer mal wissen, wo die kleinen Rehe herkommen VO

Die Handlung (oder das Resultat...)

Hierzu eine kurze Erläuterung: Ein Substantiv wie Publikation kann sowohl den Akt, zu publizieren, als auch das Ergebnis dieser Handlung, also z.B. einen gedruckten Artikel, meinen. Auch bei deutschstämmigen Wörtern wie Zubereitung verschwimmen die Grenzen. Man kann hier noch so sehr auf der Handlung beharren, Lebensmittelhersteller drucken trotzdem Frischkäsezubereitung als Inhaltsangabe auf Plastiktöpfchen. Weiter unten erproben wir eindeutigere Methoden des Resultatskennzinches, aber einstweilen muss man Resultate auch hier vermuten.

Verben auf -ulieren

-ül-Endung

Nach dem Vorbild des Kalküls und des schweizerischen Gratüls (Gratulation) bilden wir:

akkumulieren das Akkumül die Akkumulation
formulieren das Formül die Formulierung
ondulieren das Ondül die Ondulierung

Andere Verben auf -ieren

Reine Stammmodifikationen

Bislang werden Verben wie diskutieren, fungieren oder generieren zu Substantiven wie Diskussion, Funktion oder Generation abgelitten. Die fetten Teile lenken das Augenmerk auf die herrlichen Stammmodifikationen, die das Lateinische uns hinterlassen hat. Allein das immer gleiche -ion hintendran stört ein wenig – lassen wir es einfach weg!

diskutieren der Diskuss die Diskussion
fungieren der Funkt die Funktion
generieren der Generat die Generation
legieren der Leg die Legion Zwinkern.gif
ieren Ø das Ion Zwinkern.gif
spionieren der Sp der Spion Zwinkern.gif
-ur-Endung

Eine andere schöne Möglichkeit, die bei einzelnen Ableitungen wie gravieren → Gravur schon vorkommt und ausgedehnt gehört, ist die Substantivendung -ur. Davor kann in Einzelfällen abgelautet werden.

brüskieren die Bruskur die Brüskierung
halbieren die Halbur die Halbierung
terminieren die Terminur die Terminierung
-ost/-ust-Endung

Kraftvoller und drastischer als Frur und Verlur klingen Frost und Verlust! Weshalb sich unsere Sprache bei den -ieren-Verben frieren und verlieren (ha ha) auch dafür entschieden hat. Tun wir es ihr gleich, wenn wir der Handlung oder dem Resultat mehr Nachdruck verleihen wollen...

malträtieren der Malträtost die Malträtierung
markieren der Markost die Markierung
musizieren der Musizust das Muszieren
Ablaut, Lautverschiebung und Recessus narrativus

Vor der -ieren-Endung wird ab- und aufgelautet, tüchtig und mit Bedacht, schon mit Blick auf das Endergebnis. Im zweiten Schritt holt das gestutzte Fremdwort nämlich die Althochdeutsche Lautverschiebung nach, so weit es den Konsonantismus betrifft. Das entstehende Wort soll möglichst, wie ein chinesischer Charakter und natürlich viele deutsche Wörter, auf eine kleine Geschichte weisen, die mit der Wortbedeutung zu tun hat, der Anklang eines Sinnes, sozusagen. So schrieb Berthold Janecek.

Diese Regel greift hauptsächlich, aber nicht ausschließlich bei Verben auf -izieren. Hier ist im ersten Schritt die lateinische Stammmodifikation zu beachten, das z verwandelt sich zum k zurück.

amplifizieren → Implaufeik → Impflaufeich Amplifikation
Bei einer Impfung wird die Bildung von Antikörpern angerogen, die Immunisierung wird erwiertten; dies oft gewissermaßen im Laufschritt.

fabrizieren → Febreik → Feppreich Fabrikation
Moderne Fabriken sind reich an raschen Arbeitsschritten. Fepp! – und etwas kann fertig sein; geringer Wert durchaus assoziierbar.

falsifizieren → Felsaufeik → Felsaufeich Falsifikation
Ein Fels zerstört eine Eiche wie eine Falsifikation eine fehlerhafte oder falsche Hypothese.

fortifizieren → Fiertaufeik → Vierzaufeich Fortifikation
Eine (mittelalterliche) Befestigung mit vier oder gar vierzig Türmen, Toren aus Eichenholz und der Gefahr für Belagerer, im Wassergraben zu ersaufen.

gratifizieren → Gretaufeik → Krätzaufeich Gratifikation
Die Neider: Diese Krätze strotzt vor Sonderzuwendungen. Er/Sie demonstriert seinen/ihren Luxus, Schmuck, teure Kleider, ist quasi, wie ein heiliger Baum der Heiden, über und über von Opfergaben behangen.

honorifizieren → Honieraufeik → Honieraufeich Hönieraufeiche
Von Seiten der Neider: Er/sie wird mit Ehren geradezu bestrichen - mußte drum nie raufen. Honig wird auf ihn/sie geschmorben. Arrogant steht er/sie da, zwischen uns armen Sträuchern und Bäumchen, wie eine hohe Eiche. Doch der Blitz soll ihn/sie treffen! - Im Plural ist das, in der Regel zwecklose, Höhnen zu vernehmen.

identifizieren → Utantaufeik → Utansaufeich Identifikation
Eine Zoologin, zu denken ist etwa an Biruté Galdikas, die bedeutendste Orangutologin der Welt, durchforscht Borneo. Sie sieht Tiere auf einem Baum. N.B.: Die Gattung Quercus gibt es auf Borneo tatsächlich.
Zoologin: Ich sehe Orang-Utans auf Eiche!

indizieren → Aundeik → Aunteich Indikation
Ein Hinweis auf eine (nun ein Öko-Modewort:) intakte Au: ein Teich.

kommunizieren → Kommaneik → Kommaneich Kommunikation
Wichtig bei der Kommunikation ist, daß Worte auch ankommen und erfassen werden.

komplizieren → Kämpleik → Kämpfleich Komplikation
A: Was ist bei Kämpfen besonders schlimm?
B: Nun, was denn?
A: Wenn es Tote gibt, gelub’ner Sohn. / Das ist ein Kämpfleich / eine Komplikation.

konjugieren → Kenjogut → Kennjokus Konjugation
Meist gibt es jemanden, der den Spaß hinter einer neu entwulckenen GSV-Konjugation versteht: „Ich kenn’ den Jux!“

mystifizieren → Mustaufeik → Muhstaufeich Mystifikation
Zenschüler (ehemaliger Zögling eines katholischen Gymnasiums): Meister, kann auch eine Kuh die Buddhaschaft erlangen?
Zenmeister: Muh! Muh!
Zs: Die Muhs taufe ich!
Zm: Das war ein Muhstaufeich - eine Mystifikation.

publizieren → Pablik → Pfappleich (Pl.: Pfäppleiche) Publikation
Moderne Pfäppleiche kommen oft – pfapp! – schnell heraus und werden bestonen. Sehr bald aber sind sie überhulen, eine Leiche eben.

purifizieren → Paraufeik → Pfarraufeich Purifikation
Zeit einer Missionierung. Ein Pfarrer versucht zu reinigen, indem er mit einer Dryade oder sonst einer Baumgottheit (Eiche) rauft - dabei vielleicht sogar die heilige Eiche besteigt. Vom Fällen des Baumes sagt uns das Wort erfreulicherweise nichts.

Alternative von Karsten:
purifizieren → Puirufeik → Pfuirufeich Purifikation
„Pfui!“, rufe ich, „Das gehört berienegen, purifizoren.“

ramifizieren → Rommaufeik → Rommaufeich Ramifikation
Zu Romm- keine Asso. „Auf Eich“ jedoch deutet hier natürlich auf die Lage von Verzweigungen: auf einem Baum.

simplifizieren → Sumplaufeik → Sumpflaufeich Simplifikation
A: Wie gelangst du durch den Sumpf dieses Problems?
B: Durch diesen SUMPF LAUFE ICH!
A: Du armer Narr, / du sugst es schon. / Das ist ein Sumpflaufeich / – eine Simplifikation.

stagnieren → Stegnet → Stecknetz Stagnation
Die Wirtschaft stagniert, bald steckt sie fest in ihrem eigenem Netz.

verifizieren → Vierufeik → Vierufeich Verifikation
Wenn viere nach Abmessungen des gleichen Gegenstandes das gleiche Ergebnis ausrufen, dann ist das ein großer Schritt zu einer Eichung.

Verben auf -igen

Ablaut und g-Verschub

Das -i- und natürlich die Infinitivendung -en fallen weg, davor wird abgelautet, das übrige -g- wird an eine passende Stelle verschoben.

belustigen der Belogst die Belustigung
demütigen der Demugt die Demütigung
festigen der Fagst die Festigung
steinigen der Sting die Steinigung
vergewaltigen der Vergewulgt die Vergewaltigung

Verben auf -men, -meln und -mern

-nft-Endung

Das muss man an dieser Stelle einfach mal festhalten: Unsere Ahnen hatten wirklich gute Ideen für die Ablitte von Substantiven aus Verben. Endete der Stamm auf -m-, lösten sie diesen bilabialen Nasallaut in seine Merkmale auf. Das abgesenkte Gaumensegel übernahm ein -n-, die Lippenartikulation ein -f-. Um das Konsonantencluster nicht unnötig kurz zu machen, schloss man sodann das frisch geschaffene Substantiv mit einem stabilen -t ab. Davor wurde meist zu -u- „brachialabgelauten“. So entstand aus ankommen Ankunft, aus vernehmen Vernunft und aus ziemen Zunft. Warum dieses Muster außer Gebrauch geriet? Tja, hm. Auf jeden Fall gehört es wiederbelebt:

aufbäumen die Aufbunft das Aufbäumen
benehmen die Benunft das Benehmen
bequemen die Bequunft das Bequemen
dämmern die Durnft1 die Dämmerung
krümmen die Krunft die Krümmung
sammeln die Sulnft1 die Sammlung
verstummen die Verstunft das Verstummen
wärmen die Wurnft die Wärmung

1Klar, nichts geht bei der GSV ohne die Möglichkeit der Konsonantenverschiebung. So kommen Verben auf -meln und -mern in denselben Genuss wie die auf schlichtes -men.

Die zu vorhandenen -unft-Substantiven gehörenden -men-Verben – vernehmen zu Vernunft, zähmen zu Zunft... – sind in der Regel vorhanden, das folgende allerdings war seit dem Althochdeutschen (dort als breman) aus der Mode geraten.

die Brunft bremen brummen, balzen

Verben auf -nen, -neln und -nern

-nst-Endung

Das funktioniert ganz ähnlich, nur dass wir hier im Verb statt eines -m- ein -n- haben und im Substantiv statt eines -f- ein -s-. Historische Vorbilder sind z.B. können → die Kunst, brennen → die Brunst und gönnen → die Gunst.

ahnen die Unst die Ahnung
ähneln die Ulnst die Ähnlichkeit
entlehnen die Entlunst die Entlehnung
dienern die Dirnst der „Diener“
rennen die Runst das Rennen
trennen die Trunst die Trennung
übermannen die Übermunst die Übermannung

Hier eröffnen sich Rückzucht-Mölge:

der Dunst dennen stieben, wirbeln, schütten
das Gespenst spennen herumgeistern
der Wanst wannen an Gewicht zulegen

Verben auf -len und -lern

-lst-Endung

Wie wellen → der Wulst und schwellen → der Schwulst belegen, funktioniert es auch mit -l-, wobei plötzlich alles nicht mehr feminin, sondern maskulin ist:

ballen der Balst die Ballung
erhellen der Erhulst die Erhellung
kullern der Kurlst das Kullern
lallen der Lulst das Lallen
schillern der Schurlst das Schillern
stellen der Stelst die Stellung
tollen der Tulst das Tollen

Verben auf -ren

-rst-Endung

Dito für -r-, nach dem Vorbild von dörren → der Durst:

harren der Hurst das Harren
plärren der Plurst das Plärren
scharren der Schurst das Scharren
sperren der Spurst die Sperrung
zerren der Zurst die Zerrung

Retour, vom Substantiv zum Verb:

der Fürst ferren vorstehen, regieren
der Horst herren flechten, (Nest) bauen
die Wurst werren Wurst herstellen

Verben auf -ben und -beln

-ft-Endung

Wir haben hier noch einmal ungefähr das gleiche wie bei 2.3.3-2.3.6, mit einem etwas schmaleren Konsonantismus: Verben mit Stamm auf -b- erhalten statt dieses -b- zwecks Substantivur ein einfaches -ft, so in freier Natur zu beobachten bei graben → Gruft, haben → Haft oder schreiben → Schrift. Hier im Labor zeitigt das Muster:

beben die Buft das Beben
bestäuben die Bestuft die Bestäubung
dribbeln die Drilft das Dribbeln
einverleiben die Einverlift das Einverleiben
glauben die Gluft der Glauben
reiben die Rift die Reibung

So kann man sich auch neue Verben schaffen nach der Nomen Bild, wie Amelie es so schön ausdrock:

der Duft daben duften
die Kraft kraben kräftig sein
der Saft saben im Saft stehen (daher das bekannte Sprichwort er säbt und kräbt)

Verben auf -chen

-cht-Endung

Verben auf -chen bilden ihre Substantive bisweilen, aber bislang noch zu selten, auf -cht, wie etwa die Wacht (von wachen). So nun auch, bisweilen ist's mit Auflaut schöner:

kochen die Kucht
lachen die Lacht
pochen die Pucht

Verben mit vokalischem Stamm

Kaudale Konsonanten

Die Verben stehen und gehen haben die kaudale Konsonanten kreierende Konjugation inspiroren, weil sie in der Vergangenheit – stand, ging – Konsonanten einfügen, deren Artikulationsort dem Anlaut des Verbstamms entspricht. Nun gilt das ja genau so für die Substantivust: Es gibt den festen Stand und den steten Gang. Warum dann nicht auch diese Nomina:

beehen der Beamb
drehen der Drand die Drehung
krähen der Greng der Hahnenschrei
nähen der Nand das Nähen (nicht zu verwechseln mit der auch sehr schön hergelittenen Naht)
spähen der Spamb das Spähen
-icht-Endung

Den kaudalen Konsonanten zufolge müsste man aus sehen den Sand gewinnen, was man nicht will, da der einem bereits im Schuh rieselt und – wichtiger! – es bereits die schön stark substantivorene Sicht gibt. Die kann man sogar zum Vorbild für einen alternativen Storkmolg machen, gerne als Intensivum zu deuten. Dann bezinche man besonders eindringliche Beämbe, Drände, Grenge, Nände und Spämbe mit nachfolgend hergelittenen Wörtern:

beehen die Beïcht
drehen die Dricht Mein ruhiger Drand verwandelte sich in eine fanatische Dricht, doch es gelang mir nicht, die Schraube zu lösen.
krähen die Kricht Der Hahn schrie Zeter und Mordio, es war eine wahre Kricht.
nähen die Nicht Um die Kostüme fertigzustellen, stürzte Lore sich in eine nächtliche Nicht.
spähen die Spicht Durch das Schlüsselloch hatte man eine ausgezinchene Spicht auf die Weihnachtsgeschenke

Andere Verben

Auflaut

Einfach, funktionabel und formschön: Stammauflaut (oder auch keiner), c’est ça.

belehren der Belahr die Belehrung
bilden die Bald die Bildung
verantworten die Verantwort die Verantwortung
verfehlen der Verfahl die Verfehlung
zubereiten der Zuberitt die Zubereitung

Das Resultat

Schon im vorigen Abschnitt schurmm das Resultat einer Handlung gelegentlich auf, etwa als Bedautmolg von Publikation oder Zubereitung. Es gibt jedoch auch Endungen, die sich eindeutig für das Resultat verwenden lassen. Belegen wir nach Vorbildern wie Destillat und Konstrukt -at und -kt hierfür mit Beschlag!

Verben auf -ieren

-at-Endung
malträtieren das Malträtat der/die/das Malträtierte
propagieren das Propagat das Propagierte
verlieren das Verlat das Verlorene
-kt-Endung

Hierbei wird -uzieren und -uieren zu -ukt, -izieren zu -ikt.

akzentuieren das Akzentukt Akzentukte springen deutlicher ins Auge.
entnazifizieren das Entnazifikt Das fertige Entnazifikt war von wahrhaft demokratischer Gesinnung.
inspizieren das Inspikt Das Inspikt ist tadellos.
kodieren das Kodukt Text o.Ä. nach dem Kodieren
obduzieren das Obdukt Leiche nach der Obduktion

Verben mit Diphtong im Stamm

Stamm ohne Endung

Speziell bei Verben mit Stammdiphthong (ai/ei, au, äu/eu/oi, aber auch ie), ist es recht klangvoll, den Stamm ohne Endung zu substantivieren. Das ergibt eine Art von Verb-Substantiv-Paaren, die uns durch Beispiele wie die folgenden vertrun ist: reimen/der Reim, keimen/der Keim, vereinen/der Verein, scheinen/der Schein, säumen/der Saum, träumen/der Traum, schäumen/der Schaum, zäunen/der Zaun, ausweisen/der Ausweis, streiten/der Streit, siegen / der Sieg, fliegen / der Flug, heben / der Hub, saugen / der Sog, stauen / der Stau. Oft bedeutet das Substantiv das Resultat der Handlung, die das Verb bedeutet, und so wollen wir dieses Ableitungsmuster auch verwenden:

anleinen der Anlein Während der Spaziergänger entgegen kam, boll sein Anlein.
sich aufbäumen der Aufbaum Die hohe Armut führte in Frankreich zum Aufbaum der Massen.
aufräumen der Aufraum Der Aufraum war wieder an seinem Platz.
beweinen der Bewein Der intensive Bewein des Verstorbenen blieb noch Jahre in Erinnerung.
einen der Ein die Union
häufen der Hauf Im letzten Jahr war ein Hauf von Übergriffen zu verzeichnen.
heizen der Heiz Der Heiz entwich aus dem Fenster in die Kälte.
leiten der Leit Der Konkurs der Firma ist Beispiel für einen schlechten Leit.
meinen der Mein Der Sug stimmt oft nicht mit dem Mein überein.
raunen der Raun Durch die Menge ging ein stiller Raun.
staunen der Staun Sein Staun über die hohe Rechnung war schon nicht schlecht.
weiten der Weit Nach dem Aushöhlen schlug er einen Keil in den Weit.

Verben auf ver-

Befrieh

„Sie sind knapp unter der Oberfläche gefangen“, schreibt Reinhard Graetz, „(...) die versteckten Nomen. Sie lassen sich aber einfach befreien. (...) Beispiel: vergammeln. Das versteckte Nomen ist natrlich der Gammel, der hiermit befreit ist und als selbständiges Nomen weiterexistieren kann, so er das mag.“ Der Gammel ist natürlich das Ergebnis des Vergammelns, der Ekel erregende Zustand, den das Vergolmmene angenommen hat, so wie auch ein Slum entsteht, wenn ein Quartier verslumt. Derart kann man eine ganze Reihe von Substantiven aus ihren verbalen Zwingburgen befreien:

vergilben der Gilb mit der Zeit angenommene gelbe Farbe, bei Papier eher un-, bei Bäumen im Herbst eher beliebt
vergleichen der Gliech Ergebnis eines Vergleichs. Von Juristen wird etwa die Menge der Vereinbarungen nach einem erzielten Vergleich, von Java-Programmierern der numerische Rückgabewert der compareTo-Methode Gliech genannt.
verhindern die Hinder ein Hindernis
verkorksen der Korks Gastrischen Korks entsorgt man im Klo, künstlerischen z.B. auf dem Klohmarft.
vermaledeien die Maledei ein Fluch
verrammeln der Rammel Bretter, Tische, Stühle... das ganze Zeug, das zum Verrammeln verwandt wurde, ist der Rammel.
verspäten der Spat statt Verspätung: „Der Spat des Zuges beträgt fünf Minuten.“

Ebenso verrotten, versöhnen, verzurren und viele mehr...

Der Zustand danach

Wenn man mich zerknirscht, befinde ich mich hernach in einem Zustand der Zerknirschtheit. Richtig? Nein! Im Interesse der starken Konjugation muss man zumindest sagen: Der Zerknurschenheit. Aber auch das beseitigt die langweilige Endung -heit noch nicht. Sehen wir uns an, was man dagegen tun kann:

Partizip II

-en/-t-Strich und Ablaut

Wenn aus Partizipien II wie verwest oder zerrissen Substantive gebolden werden sollen, heißt zunächst einmal, die Partizip-II-Endung, sei sie nun ein schwaches -t oder ein starkes -en, zu tilgen – und anschließend, wie gewohnen, abzulauten. Erluben sind hier auch Pseudo-Partizipien II wie bescheuert oder zerknirscht.

bescheuert der Beschaur die Bescheuertheit
vergessen der Vergaß die Vergessenheit
verlogen der Verlug die Verlogenheit
verwest der Verwas die Verwestheit
zerrissen der Zerruss die Zerrissenheit

Neubälde nach Michael Mann

Auch Michael Manns Artikel Die Lacht wird euch schon vergehen! stellt Möglichkeiten vor, nach alten Ableitungsmustern Verben zu substantivieren. Teilweise überschneiden, teilweise ergänzen sie sich mit den hiesigen Ideen – auf jeden Fall sind sie des Lesens wert!


Substantive aus Substantiven

Hier befassen wir uns bisher nur mit einer Gruppe von Ableitungen: Solchen, die normalerweise mit der Silbe -schaft erfolgen. Da bilden Knechte eine Knechtschaft, Ärzte eine Ärzteschaft, und irgendwie klingt das alles nicht stark. Lassen wir daher das -aft weg, das -sch bildet ein ungewöhnliches, aber sehr treffliches Wortende. Steht davor -e-, -el-, -en- oder -er-, kann diese Silbe wegfallen, l’s, n's und r’s werden aber nicht entsorgt, sondern an eine passende Stelle nach vorne verschoben. Es wird abgelautet.

der Knecht die Knachtsch die Knechtschaft
die Ärzte die Irztsch die Ärzteschaft
die Anhänger die Anharngsch die Anhängerschaft
 ? das Patsch das Petschaft Zwinkern.gif
der Stiefel der Stulfsch der Stiefelschaft Zwinkern.gif
das Wissen die Wanßsch die Wissenschaft


Sonstige Verkürze

Bei manchen zu beseitigenden Substantivur-Endungen lässt sich nicht allgemeingültig und eindeutig sagen, was für eine Wortart da eigentlich substantivoren wird. Trotzdem können wir allgemeingültige Verfahren angeben, wie man solche Wörter stärkt.

Fort mit der Endung -ie!

-ie-Strich und Ablaut

Man verzichtet auf die Endung -ie und lautet dafür ab. Bleiben dadurch untragbare Konsonantenfolgen am Wortende stehen, wird verschoben, bis es passt (siehe Indarst).

die Akribie das Akrub
die Entelechie das Entelach
die Industrie das Indarst
-ie-Strich, Ablaut und Vokalverkurz

Zusätzlichen Pep kann man gelegentlich hineinbringen, indem man den frischgebackenen Endkonsonanten orthografisch verdoppelt und so phonetisch den davor stehenden Vokal verkürzt:

die Anatomie das Anatumm
die Autonomie das Autonumm
die Kakofonie das Kakofunn

Fort mit den Endungen -anz und -enz!

-anz/-enz-Strich und Ablaut

Hat man sich schon gedacht: Man verzichtet einfach auf -anz bzw. -enz und lautet davor ab. Bei Bedarf werden ein paar Konsonanten verschoben (siehe Pferdawsch).

die Demenz der Dam
die Diskrepanz der Diskrap
die Distanz der Dest
der Pferdeschwanz der Pferdawsch
die Präsenz der Pras
die Tendenz der Tand

Quellen

Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Der Stork der Substantive

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