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Mit einem eher unspektakulären Achtzeiler über den bislang unbekannenen Wal Hans-Albert, gedochten von Amarillo, begann 2006 die Walforschung, der sich zahlreiche GSV-Mitglieder verschrieben. Binnen kurzem gruben neben Amarillo auch Agricola, caru, Günter Gans, katakura, Ku, Michael, Stollentroll und die verbOrg Anekdoten, Episoden, Sagen, Märchen etc. aus dem langen, erlebnisreichen Leben Hans-Alberts aus dem Schlick des Vergessens und berirchen auf diese Weise die Animalpoesie um das bislang umfassendste Gemeinschaftswerk mit mittlerweile weit über 100 Versen.

Die Urverse

Mächtig gewaltig!

Hans-Albert sich „von Moltke" nann,
uralter Blauwal-Adel,
des Ursprung lag in Kanaan,
ganz frei von Fehl und Tadel.

Hans-Alberts Ahnen fulgen schon
nebst Tiger, Hund und Moa
der Sintflut-Expedition
der Arche des Herrn Noah.

Hans-Alberts Opa Wallenstein
erzuhl sehr gern und lang
vom Urahn Walther, der unfein
den Prophet Jonas einst verschlang.

Hans-Albert wornd der Zungenschlag,
mit dem die Eltern sprachen,
die Herkunft später er entdak:
Wallonien, unweit Aachen.

Als Kleinkind wog Hans-Albert schon
so um die vier, fünf Tonnen,
doch arnt er drob nicht Tadels Ton,
die Mutter sah's mit Wonnen.

Dem Blauwal in polarer See
dient Tran nur einem Zwecke:
daß man die Kühle übersteh',
ein dreifach Hoch dem Specke!

Drum sprach Mama Walburga:
„Friß’, Klein-Hans-Albert, tüchtig
des saft’gen Planktons Grün da,
denn Speck ist walich wichtig!"

Nach Chilibohnen und auch Kohl
Hans-Albert blumb in einem fort.
Fiöhl sich zwar rasch wieder wohl,
Floh aber doch vom Wal-farts-Ort.

Hans-Albert einst zur Mama sug:
„Es ist zum Glücke Platz genug
vor unser’m neuen ‚Walmart’ –
drum dort ich auf dich mal wart'."

Hans-Albert sich die Walnuß klomm
im Streit mit Riesenmuscheln,
worauf er schnell zur Mutter schwomm,
um ihr sein Leid zu nuscheln.

Hans-Albert or sich oft beim harten
Machtkampfgetulmm im Kindergarten
duell – so sug uns ein Vermerk –
mit einem anderen Walzwerg.

Zur Weißglut seine Eltern riez
Hans-Albert: Er ör gern musiz.
Am liebsten spöl er Pan’sche Flöten.
Man schacht ihm ein paar Großschildkröten.

Gewaltig auch das Waldhorn blus
in Tang- und Algenwäldern
Hans-Albert, und manch Tritonus
erscholl zur Kwal der Eltern.

Doch brang den Nixen Ständchen er,
so schien's, als ob sie's mochten;
darauf ward dann die alte Mär
vom Tritonshorn erdochten.

Hans-Albert rief: "Ich dichte!"
und trotz seinem Gewichte
schwang er sich auf Pegásos,
der fortan hieß "das Walross".

Ein Land Hans-Albert einst durchries,
„Transwal" heißt's, wie wir wissen,
wo er 'ne Einwalnummer blies
aus lauter Tritonüssen.

Die Tritonüsse brachten kühn
die Tang-Dynastie zum Wanken,
den ersten freien Walen schien,
Hans-Albert sei's zu danken.

Hans-Albert plonsch vor Queenslands Strand,
Kruz durch die Brandung, gar nicht tief.
Doch hacht vor Schreck er fast an Land,
Als ihn das Große Barrier rief.

Hans-Albert huck im Lotussitz,
schnolz laut mit seiner Zunge.
Sein Meister, der bemork drauf spitz:
„Laß das beim WalZen, Junge!"

Hans-Albert noch entwalck sich prächtig,
Ihm Attraktivität nicht fahl.
Die Barten lang, die Fluke mächtig
Ward er ein rechter Damenwal.

Einst traf Hans-Albert die Alwine
(die schönste Walmaid war sie).
Er sug: „Komm’ in die Walkabine,
and let’s have a Wal-Party!"

Vom Wal Hans-Albert ich erwähn:
Polyp mocht' er fürs Leben;
das stomm noch her vom Eozän,
drum kann ich's ihm vergeben.

Allein, Hans-Albert fahl's an Glück,
vergelb war das Wal-Werben,
krakeelend schobs man ihn zurück,
muss er wohl einsam sterben?

Unser Wal ist bald erkronken,
er konnt schon nicht mehr schwimmen,
wär beinahe im Meer ertrunken,
doch Hilfe kam von Timmen.

Fix aufgepolppen ward Hans-Albert
von Tunten-Tümmler Tim,
der mit dem Schwesternkittel gewaltig albert,
wie Wowi find't er schwul nicht schlimm.

Allein, Hans-Albert, kaum genesen,
entsug dem rosa-lila-Ort,
kein Krake war der Tim gewesen,
drum flocht der Wal ganz schnell hinfort.

Hans-Albert wog sich gern im Takte
und fro sich frivol seines Seins
mit ihm wolz Lee und manch andere Nackte
auf der Reeperbahn nachts um halb eins.

Winters wurd’ Hans-Albert schwimmig
und vernosch die Wälin Lee;
"so jung Mutter find' nicht schlimm ich",
Zwillinge erwartet sie.

Die Wally ward ihm angetraut,
doch krag er nie genug und flugs
verkohr er heilm auch mit der Waltraud
und ward gezieh'n des Walbetrugs!

Hans-Albert nieg zum heft'gen Tanken,
barch gern und viel. Es war fatal.
Oft hor man spät ihn heimwärts wanken
von irgendeinem Wallokal.

Poldd trunken heimwärts er sodann
vom Wallokal torkelnderweis’,
kam selten er auch dorten an,
schwamm er doch nur im Walkreis.

Im Wallokal der weiße Wal
(der dicke Moby war’s, genau!)
klug ihm sein Leid: „Was für ’ne Kwal –
soviel ich sauf’, nie werd’ ich blau!"

Hans-Albert lob auf grosser Fluke,
war pekuniär meist klamm.
Doch wuhn er bei einer Bowlingbahn
mit selt´nem Kundenstamm.

Bruch er mal wieder Walscheine,
memüsse er dort jobben.
Dann knarll er und bedohn
meist nur besoff´ne Kegelrobben.

Hans-Alberts Blas ging oft einher
mit laut blubberndem Schalle,
und nachts beschwar sich manch einer
ob störender Krawalle.

Hans-Albert gelieht voller Trauer
die Eltern auf der letzten Reise.
Für den Rest seines Lebens Dauer
lob er nun fortan als Walwaise.

Das Blau schwand von Hans-Alberts Haut,
als jammernd er vom Grabe schlich.
Als Grauwal (sic!) er sich drauf schaut’
morgens im Spiegel trauriglich.

Um sein Blau zu erneuren
’ne Walfahrt er bald macht’
zum Blautopf bei Blaubeuren,
wo er erblu in alter Pracht.

Fort zog’s den Wal vom Blauen Topf,
ein Sehnen ihn erfiall.
Es ging ihm nicht mehr aus dem Kopf:
Nach Wien! Zum Opernball!

Im Ballsaal miech’s Gebälk dann „bromm"
ob Bertens mächt’ger Tonnen,
als er tunz Walzer linksheromm
unter den größten Wonnen.

Der Walzer gefiel dem Hans Albert gar sehre,
herunter die Donau im Dreiertakt frei
und walzend durchschwamm er die riesigen Meere
durch Bosporus und an Gibraltar vorbei.

Im Ozean tunz er den Walzer dann weiter,
die Walstimme tån in Wal-pur-gis-moll rein,
so singend und tanzend vergnog er sich heiter,
wewull jeder Wälerin Partnerwal sein.

Ein Walbündnis bei einem solchen Gewalze
– so ist’s überliefert – bleibt nicht immer keusch;
so gab es auch hier bei melodischem Schmalze
so manch stöhnend Schrei und laszives Geräusch.

Erschöpft dann zu Haus (denn so jung war er nicht mehr)
begab sich, was mit Wortes Mocht
ein lyrischer, walzeitgenössischer Dichter,
wie immer er auch Heyse, docht:

Wal des Nachts: „Du Wunderkühle!
Der ich tausend Wale küss',
nach dem ganzen Walgewühle,
o wie ist mein Frauchen süß!"

Träumerisch das müde Glied, er
birgt es weich ins Moos,
und ihm ist, als könnt’ er wieder
unter irren Kwalen bloß.

„Ferne Flirtenlieder tönen,
was mein weites Sehnen rührt,
der Gedanke an die Schönen,
ach, mich in die Ferne führt."

„Lass dich, Wal, des Nachts mich wiegen,
stille deine Pein,
und ein seliges Genügen
saug’ ich mit den Hüften ein.

In dem heimlich engen Kreisen
wird dir wohl, o Wales Herz!"
und Hans-Albert schwebt mit leisen
Flossenschlägen niederwärts.

„Singet holde Vögel-Lieder!"
Halb er schlummernd sacht:
„Irre Kwalen, löst euch wieder!
Wales Herz, sonst: Gute Nacht!"

Im Walchensee, man glaubt es kaum,
ein seltsam’ Wal kam ihm da dwars:
mit Flügeln, Hörnern und auch Klau’n –
genau: ein Walpertinger war’s!

Hans-Albert zog´s zum Ballermann
Im Süden von Mallorca.
Zwei seiner Kumpel hinten dran :
Hai Noon und Schwertwal Orca.

Doch ohne Navi hoch auf See
Ging der Trip schwer in die Binsen
Und andt bei Regen, Eis und Schnee
In der Luhe, kurz vor Winsen.

In der zamonischen Nachbarschaft
er traf den Tyrannowalfisch Rex.
Mit ihm trank er flugs Brüderschaft:
zehn Hekto Algehol auf Ex!

Einst schumpf Hans-Albert ein Riwal,
’nen vollen Inwaliden
dem auch der Weg zum heil’gen Gral
der Wale nicht beschieden.

Hans-Albert ließ vom Mediäwal
den Fall ewaluieren,
der Walbestätög’ große Zahl
war da zu konsultieren.

Da war so manches Dokument
zur Walverwandtschaft leider
gelind’ gesagt ambiwalent
und half nicht aus dem Schneider.

Die Archiwalien aus Transwal
war’n nicht zu akquirieren,
weil die Waluta dazu fahl,
den Archiwal zu schmieren.

Schon war Hans-Albert kurz davor
den Walgeist aufzugeben,
da kam der Reviwal und or
revitalis sein Leben.

„Nicht ist", so rief der Surviwal,
„Papier zum Leben wichtig,
und was, Riwal, du sugst einmal,
ist ohnehin nicht richtig."

Berulf Hans-Albert ziemlich spät
seine Karriere stort.
Er karmm sich um die Kwalität
von dem was über Bord

geworfen ward auf hoher See.
In gar nicht selt'nem Fall
war's Dreck und Gift und stantepe
Hans-Albert much Krawall.

Nicht zwalf Hans-Albert, dass das Walrecht
im Meer stets durchzusetzen sei,
so half er einst dem Neuwal Albrecht:
Den schikanor die Polizei.

Schon sparr den Albrecht die Verwaltung
in die Walzelle siebenmal,
Hans-Albert wuhr hingegen Haltung,
wald hin direkt und miech Krawal.

„Schon lange – fast seit Urwals Tagen –
schwal in der Brust der Argwohn mir,
ich werde meinen Anwalt fragen,
der ist kein Misswal, so wir ihr!"

Den Kripo-Vorwal überwaltog
Hans-Alberts Redeschwal so sehr,
dass er den Schlussstrich unterm Fall zog
und Albrecht nimmer einsparr mehr.

Hans-Albert unweit Zyperns schwamm
geschmeidig um ein Riff;
da schiertt auf hohem Wellenkamm
dran ein Phönizierschiff.

Die Mannschaft ratt mit Kraulen sich,
die Ladung trieb es um;
dabei plotz, höchst bedauerlich,
manch Schlauch Petroleum.

Hans-Albert floh vor Öl-Verdruß
zur Küste, schnob gar laut,
und war mit Steinöl doch von Nuß
bis Fluke eingesaut.

Im Strandgasthof bestoll voll Kraft
er Seife sich und Bürste;
der Wirt brang gleich auch Dattelsaft,
valls es den Walfisch dürste.

Drei Tage schrobb er sich voll Freud',
schwamm schwankend dann davon -
das Haus heißt "Schwarzer Wal" noch heut,
man weiß, zu Askalon.

Tauchgänge bot Hans-Albert an
im Ozean für’n paar Stunden.
Einst auch der Wallraff Günther kam –
er wollte nach „ganz unten".

Hans-Albert entar ganz gelosen
Die Schwebebahn in Wuppertal.
Trug viele bunte Plastikdosen :
Er bitt ar hier als Tupperwal.

Hans-Albert einst sein Walroß saltt
um Wellen drauf zu reiten,
doch fohl Hans-Albert schon recht bald:
es schwalch an Bug und Seiten.

Zu schwer der Wal, zu schwach der Gaul,
so ließ er ihn denn schwimmen
und miech sich sporlt dran, gar nicht faul,
den Walzmann zu erklimmen.

Leider war die Zahnwalbahn
für Bartenvieh verboten
drum schritt er Schritt für Schritt hinan
auf seinen eig'nen Pfoten.

Auf halber Höh', man glaubt es kaum,
Hans-Albert fand 'ne Hütte;
er klomm sich in den engen Raum
und urß schnell seine Bitte:

"Ein Ahab-Flip wär' jetzt wohl Pflicht,
auf daß es mir dann besser geh' ",
doch kennt ein Wirt vom Walzmann nicht,
die Zutat für Waljagertee.

An der Bergakademie
traf er sogleich Nowalis,
was als Verbot er missverstieh,
so trull er sich des Tales.

Als so Hans-Albert fort sich stahl
und einen kleinen Waldweg nahm,
da traf er einen andern Wal
der von der Vogelweide kam.

Der Wal (der von der Vogelweide)
saz ûf eime steine,
Hans-Albert satz sich auch, und beide
war’n nicht mehr alleine.

Lange und vertraulich schnuken
und floochen auf die Blasen
an den Flippern und den Fluken
die alten Wanderhasen.

Trauriges Ende

Noch immer fehlen wichtige Abschnitte aus Hans-Alberts langem Leben in diesem monumentalen Werk. Trotz intensiver Recherchen sind u.a. seine Zeit in der Waldorfschule und die umjulbene Auffuhr seines Theaterstücks "Walküren in Walhall" im Waldorf-Astoria noch nicht hinreichend erfurschen und in Versen dokument georen. Bekannt ist jedoch, dass Hans-Albert ein trauriges Ende auf einem Walfänger bzw. im Spezialitätenrestaurant nahm. Zum Verhang wurde ihm seine Fettleibigkeit:

Hans-Albert, der fraß fort und fort,
ward dicker noch und länger.
Bewog sich nicht mehr weg vom Ort,
andt drum auf 'nem Walfänger.

Der Wal ward dann auf diesem Kahn
zerlegt in Fleisch und Speck.
Aus seinem Blubber wurde Tran,
heut' macht er matte Kinder keck.

In Japan stets den Wal zerhackt
im Wallokal der Chefkoch,
bei Melodei’n im Walzertakt
waldeinsam aus dem F-Loch.

Hier saßen sie am Tisch – Owal!
und ruhmen hoch Hans-Alberts
gewaltig große Tonnenzahl
und Chefkochs Killerwalherz.

Doch oren sie nur kurz medit
(auch über Forschungszwecke)
und brachten drauf mit Appetit
Hans-Albert um die Ecke.

Es truren Goldfisch, Butt und Haie,
manch Rollmops wien sich wund und lahm,
es stunen Fachmann und auch Laie,
waß froh begann, and nun in Gram.

Hans-Alberts Geist schwob überm Meere
und zarn der Walefresser Brut,
schwor, daß er nächtens den beehre,
der Walen derart Böses tut.

Poseidon selbst schnaß ihm die Fänge,
mit denen er, statt Barten nun,
die Frevler in die Ecke dränge
als Strafe für ihr grauses Tun.

Das Walvolk vut in Walumfragen,
Hans-Albert-Requiems hinfort
allmonatlich antzuberagen,
sein Todes- ward ein Walfahrtsort.

So klingt es schurl über die Wellen,
jährt sich des Freundes Todesstund,
denn hinter Seehunds Jaul und Bellen
noch tönt der Fluch aus Walesschlund:

"Ich forcht den Hai und die Muränen,
verpieß dem Orka manchen Klaps,
doch zürg ich nicht nun zu erwähnen,
den Todesstoß gab mir der Japs!"

Internatiowal

Da das Interesse an Hans-Albert weltweit ist, dochten caru (frz.), Amarillo (span. + engl.), die verbOrg (russ.) der stollentroll und katakura (beide engl.) sowie agricola (lat.) einige Verse in fremden Zungen:

Hans-Albert had a noble friend,
a humpback from the Dales
who never lagged to give a hand,
they called him Prince of Whales.

A Juan-Alberto la ballena
le más gustaba pulpo;
es la costumbre eocena,
y yo se lo exculpo.

Jean-Albert, le gourmet-baleine,
se croyait trop de chair sur l'os;
de plancton il vivait à peine
et devint de moins en moins gros.

Наш кит заболел очень вскоре,
плавать не больше мог,
почти он утопал в море,
но дельфин Тим ему помог.

Hans-Albert wad a last good-bye
To his parents : „Farewell, my dears !"
Then tarn* away with a burning eye
and left as a whale of tears.

He ate a lot and thence pondered
henceforth to purchase wholesale.
But then at the cash desk he wondered:
in the market he was the sole whale.

Ïoannis homo tunc oculis suis
corpus longum aliquot jugera creverat
Alberti; melius credere mortuis
quam qui id nullo alicui tempore viderat.

Schüttellimerick

Amarillo verfieß zusältz diesen Limerick und or ihn kombin mit einem Schüttelreim:

There once swam a sole whale off Durban
who managed the wholesale of Bourbon,
he himself drank too much,
in the end got in touch
with the vision of whales turning urban.

Sonett

Dessen nicht genug, schob Amarillo noch ein Sonett nach:

Hans-Albert schwonk dereinstmals durch die Wellen,
kohr heim von einer schlimm durchzechten Nacht,
Er war bereit, sich aufrecht nun dem Eheweib zu stellen,
das mit dem Nudelholz am Eingang hielt die Wacht.

Nur galt es schnellstens sich ein Ströphlein zu erdichten,
das ihm noch hülf', den üblen Suff so zu verdreh'n,
daß er erschien wie Heldentat, und Lee mitnichten
es ihm verölbe, erst am Morgen heimzugeh'n.

So sehr er grolb, es sporren dunkle Schatten
ihm ver den Weg zum klaren Fuss einer Idee;
schon spor der Wal den Rest des Geists ermatten,

zur Klur des Magens riehr er erst mal in die See.
Dann stand sie vor ihm, wild, mit Wicklern in den Locken,
ein saub'rer Hieb schak ihn zu Boden - kurz und trocken.

Walverwandtschaften I

Nicht zuletzt wurden auch Hans-Alberts komplizorene Walverwandschaften bereits aufgedrolsen und in Verse gefassen:

Hans-Alberts Tochter Beatrice
war ein recht loses Luder,
die gern es sich besorgen ließ
vom Trawler - mit dem Ruder.

Einst flort sie gar im Mittelmeer
mit Flugzeugträger Truman,
doch war zu heftig der Verkehr,
zu mächtig sein Volumen.

Hans-Alberts Base Adelgund
sahl stets im Schlamm, Hygiene fahl.
Für diese Sauerei der Grund:
Sie war ein richt’ger Schweinswal.

Hans-Alberts Neffe Walter K.
war ein recht schwerer Nöter;
sobald der eine Wälin sah,
kniff er ihr in den Pöter.

Doch eines Tags, es war April,
traf Walter auf Alwine,
sie spies gerade frischen Krill,
als er mit Unschuldsmiene

sich hinterrücks ihr kneifend nohr,
ist sie derart erschrocken,
daß erst sie bracht' kein Wort hervor,
doch dann hat sie's gechocken.

Drauf hu sie mit der Fluke Macht
drei knochentrock'ne Haken,
beim vierten wurd's für Walter Nacht,
der schak ihn auf die Laken.

Seitdem ist Walter sehr charmant,
grüßt freulnd nach allen Seiten;
und manche Wälin fänd's galant,
tät er sie nur begleiten.

Doch hält sich Walter fern von Frau'n,
er lorn die Lektionen,
zu arg ward er dereinst verhau'n
für knilf'ge Aktionen.

Einst kam Walter, denn ihn kwal es,
dass die Brandung ungleich wär’,
zu Hans-Alberts Bruder Walkes,
Otto-Händler nah bei Föhr.

Der empwal ihm: „Ick Wal, I, Sir,
hab’ in Auswal heute mal
diesen Wellen-Equalizer,
bester HiFisch, erster Wal!"

Hans-Alberts Vetter Emmerick
wa(h)l Fressen sich zum Hobby;
die Walverwandtschaft fand ihn dick,
halns ihn und nann ihn Mobby.

Käpt'n Ahabs Seelenkwal:
"ich muß Hans-Albert töten!",
denn durch den Biss von einem Wal
ging Ahabs Bein einst flöten.

Doch sah er bald, der Bartenwal
nicht Schuld trug am Geschick,
so überlag er sich's noch mal
und jug den Pottwal Moby Dick.

Walverwandtschaften II

Eine Ballade von Waldreich von Waldesruh, aus dem Walisischen ins Neutsche übertragen von Stollentroll vom Finsterberge:

Klaus-Peter

Der Zeiger fast die Zwölf schon striff;
In stummer Ruh lag´s Korallenriff.

Nur unten in dem Wallokal
Da blubbert´s, da lärmt es kolossal.

Dort unten an des Riffes Kante
Klaus-Peter war der Dominante.

Die Säuger lorngen in Poseidons Garten
Und siehen das Wasser durch funkelnde Barten.

Es klieren Korallen, es grulen Seestern´;
So hor es der störrige Klaus-Peter gern.

Klaus-Peters Flossen leuchten Glut;
Im Krill erwuchs ihm kecker Mut.

Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit tranigem Wort.

Und er brüstet sich frech, und lästert wild;
Die Walparty ihm Beifall brüllt.

Klaus-Peter rief mit stolzem Blick;
Ein Orca eilt und kehrt zurück.

Er trug viel schimmernde Muscheln nach oben;
Die waren aus dem Tempel Poseidons geroben.

Und Klaus-Peter ergriff mit frevler Hand
Eine heilige Auster, gefüllt bis am Rand.

Und er leert sie hastig bis auf den Grund
Und rufet laut mit bartigem Mund:

"Poseidon! dir schwör ich auf ewig Zank –
Ich bin der König der Muschelbank!"

Doch kaum das grause Wort verklang,
Klaus-Peter ward's in der Fluke bang.

Das gellende Blasen im Würgegriff;
Es wurde leichenstill am Riff.

Und sieh! und sieh! Welch ein Mirakel
Da kam's hervor wie Kalmartentakel;

Und schrieb, und schrieb im weißen Sand
Buchstaben aus Muscheln, und schrieb und schwand.

Klaus-Peter stieren Blicks da schwumm,
Mit schlotternden Barten, sehr still und stumm.

Die Walgang storr ganz kalt und bang,
Und storr gar still, ohne Walgesang.

Die Medusen kamen, doch keine verstand
Zu deuten die Zeichen an Riffes Rand.

Klaus-Peter ward aber in selbiger Nacht
Von Japanern um seinen Tran gebracht.