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Protokoll der XIX. Personalversammlung der Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Zeit: 24.-25. April 2015

Ort: Bad Homburg vor der Höhe

Teilnünftige:

  • amarillo
  • Fleischers Karsten
  • Günter „Abschwiff und Wiedereinschwiff“ Gans
  • Homer
  • Kilian
  • Schneemann

Freitag

Sitzung 1 (Eiscafé Louisenstraße)

amarillo und Karsten treffen hier auf Kilian. Nach Eincheckabstich redet man bei Bier und Kaffee u.a. über Sprachtechnologie und Augmented Reality. Kilian führt an amarillos Rauchutensilien Word Lens vor.

Sitzung 2 (Irish Pub am Bahnhof)

Nach PerVers-typischen 200 Schritten oder so sind die nächsten Getränke fällig: Guinness auf der Terrasse.

Karsten gibt hier ein neues Beinkleid zum Besten, das ihm „unterlaufen“ ist: Altbaucharme – fast so schön wie Kupferdreh, weil mehrere Dinge der gleichen Kategorie vorkommen. Er berichtet weiterhin von PARTEI-Politik, der österreichischen Hintnerjugend (Gruß: „Hi Hintner!“) und den Hintnerjugendspielen, die darin bestehen, auf einen Berg zu steigen und oben viel Bier zu trinken. Geschwister-im-Geiste der GSV?

Diskuss des Novums, dass die GSV morgen einen Bühnenauftritt in Gießen haben wird, ohne dort physisch anwesend zu sein. Der Molg eines ebenfallsen oder sogar simultanen Auftritts in Opladen kommt zum Spruch. Bericht von einem weiteren, sehr spezifischen Anverstalt, nämlich einer „transsexuellen neuapostolischen Verlobung“.

PerVers-Neuzugang Schneemann läuft fast an den Tagenden vorbei, wird aber wundersamerweise sofort erkannt und dazugesotzen, weil er so vertraut wirkt. Schneeman: „Ich hätte gern ein Pils, was ham Sie denn?“ Bedienung: „0,3 und 0,5.“ Pils scheint in Bad Homburg weitgehend mit Radeberger synonym zu sein.

Interessante Vokabel: Wiederbetätigung.

Schneemann hat die Stadt schon komplett besochtegen und kekünne jetzt eigentlich wieder nach Hause fahren.

Aus Karstens Schatzkästlein des Abseitigen: Er kennt einen, der fotografiert immer Kaugummiautomaten.

Im Anschluss Zusammenkunft mit Homer im Bahnhof und Extraktion Günters aus seinem Zug. Die noch nicht Eingechockenen tun dies jetzt und man trifft sich im Kurpark.

Sitzung 3 (Biergarten vom Restaurant Am Römerbrunnen im Kurpark)

Schisma. Erneuter Diskuss der Nummerur der PerVersen. Droht ein Schisma oder doch nur zwei lange nebeneinanderher bestehende Systeme, wie der Julianische und der Gregorianische Kalender? Kilian legt sich auf PerVers XIX für diese hier fest und stößt auf nur mäßigen revolutionären Gegeneifer, da katakura - die kleinste radikale Minderheit der GSV und einziger Verfechter des Katakuräischen Kalenders, nach dessen Zuhl diese PerVers bereits die XX. ist - abwest. Erfund eines etymologischen Zusammenhangs zwischen Schisma und Schiiten.

Geografie. Schneemann katachriert: „Der hat doch nen Schatten an der Waffel.“ Kilian: „Das klingt wie ein Ortsname. Schatten an der Waffel, Hochsauerlandkreis.“ Karsten: „Wat ist die Höhe, wo Bad Homburch vor liecht?“ Günter hat auf der Karte einen schönen Lagebezinch in der Nähe entdocken: Fröhlichermannskopf (?). Die Stattfindung jeder PerVers bedingt eine Stadtfindung, erste Fühler werden nach Tagungsorten für die PerVers XX ausgestrocken. Günter: „Im Hunsrück waren wir noch nie, warum eigentlich nicht?“ amarillo: „Ist da irgendein Ort?“

Deklarur der PerVers XIX als sprachwissenschalften Tug, um keine Kurtaxe zahlen zu müssen.

Günter lobt den beschwingten Latin-Jazz, der im angenobelten Am Römerbrunnen auf dem Klo läuft: „Es läuft sofort.“ Bei der Fotograpsur der „Empfelng“ überschriebenen Tafel wird Homer vom Personal der Gastro-Spionage verdochtegen. Als es erfährt, worum es geht, wird einer der beiden fehlenden Buchstaben ergonzen. Fehlende Vokale (wie z.B. auch in semitischen Schriftsystemen) entwickeln sich zu einem der roten Fäden dieser PerVers. Ein weiteres gefundenes Fressen für uns Literalitäts-Snobs: „Weiser Spargel“. Günter berichtet von einem Knoten im weitverzwiegenen Netzwerk seiner Spargelbeschaffungskontakte, wo Spargel mit Hilfe eines „Holzschnitzelkraftwerks“ gezochten wird.

Sitzung 4 (Restaurant Schreinerei Pfeiffer, offenes Holzkabäuschen im Hof)

Hier gibt es frischen Spargel vom Baum (er wächst gern neben dem Grüne-Soßen-Baum). Zumindest lässt ein Verleser das denken.

Die Schreinerei ist urig eingerochten, die Wände hängen voll mit Werkzeugen, die sich molgerwies auch zum Abschaben des Fleisches von Knochen einsetzen ließen, so wie es die Kannibalen von Herxheim mit menschlichen Überresten miechen. Zum Thema Brandopfer (mehr Kontext ist leider nicht erhalten) weiß Homer: „Die Götter wurden nicht gefragt, die mussten nehmen, was da war.“

Neue Idee für Sammlung von Ortsnamen: Das Gegenteil von Deekelsen, nämlich sprichwörtliche Orte, die erfunden klingen, aber tatsächlich existieren, z.B. Uppsala, Timbuktu, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel, Königs Wusterhausen, Buxtehude. Hierzu ein Verweis auf eine dialektatlantische Karte der scherzhaften deutschen Bezinche für ein abgelegenes Dorf.

Das Gespräch kommt auf Badewagen. Solche Wagen wurden ins Wasser gefahren und hatten unten eine Luke, um vornehmen Damen ungesehenes, überdachtes Baden in heilsamen Gewässern zu ermöglichen. amarillo erwägt, das Gerät zünftig ad absurdum zu führen, indem er nackend ankommt und dann in den Badewagen steigt. Alternativ doch lieber geringelte Badehosen mit gestopfenen Knien und Ellenbogen anbehalten.

Im Kurpark stehen sich Büsten von Kaiser Friedrich und Kaiserin Friedrich (sic!) gegenüber.

Nächstes Thema: havarorene, schwer zu entfernende LKWs, etwa auf Feldwegen (Billig-Navi benotzen) oder in Kölner Gassen verkielen. Kilian: „Kann man ja Gras drüber wachsen lassen.“ Schneemann: „Sprengen. Einfach sprengen, das Ding.“ Vgl. das bekonnene Two Cranes Tipping Off Pier.

Das nächste große Thema: Diplomatie und Umgangsformen im geschäftlichen Miteinander. Während vor allem Günter und Homer stark vermuten, dass gerade Deutsche mit ihrer typischen Direktheit in anderen Ländern, u.a. asiatischen, anecken, und für die ersten fünf Minuten „weiche Themen“ proponieren (um das verschmombene Word vom Small Talk zu vermeiden), hält Schneemann von solcher Indirektion wenig. „Wir haben das Gespräch immer angefangen mit: In Ihrer Haut möcht ich nicht stecken.“ Kaum einen Tag später wird zurückkaloren werden: „Ihren Stecken möcht ich nicht häuten.“ Auch Karsten weiß von unkomplizorener Kommunikation zu berichten, die z.B. zum Einsatz kommt, „wenn uns auf der Arbeit befohlen wird, wir sollen untereinander was absprechen“.

Neue Verschwörungstheorien über Amanda Jankuscheit: Ist sie womöglich eine Kusine von Ferdinand Piëch?

Im Anschluss Spruch des PerVersen Eids und Sprufki-Verkust am Lenné-Denkmal („Buddel-Peter“). Şprost!

Sitzung 5 (Gewölbe vom Restaurant Villa Fantastica)

katakuras Antrag, hinkünftig Auftberagener für Absagen nicht mehr nur auf den letzten, sondern auch auf den ersten Metern genannen zu werden, wird stattgegeben. Zudem wird er überhaupt gleich zum Auftberagenen für Absagen auf allen Metern ernonnen. In der Mitte absagen geht somit auch. Günter wird als Auftberagener für Akribie ins Spiel gebracht und es wird der unehrenhafte Selbstzurücktritt als Institution im Ämterwesen der GSV erfunden.

Eine weitere schöne Vokabel fällt, als Mischung aus offiziellem und saloppem Bezinch: Kraftfahrpunkteamt.

Einige der anwesenden Teilnehmer der zweiten und/oder dritten Neutsch-Wallfahrt beschweren sich über den Wallfahrtsort. Schneemann bemerkt dazu trocken: „Hätteter die Sprache anders genannt, wärter auch woanders hingefahren.“

Ab Mitternacht wird die Villa Fantastica zum Privatetablissement und es darf gequorzen werden im Gewölbe. Die PerVersen schwelgen in Erinnerungen: „Früher hat die Welt noch anders gerochen: nach Pulverdampf, Männerschweiß, ungefilterten Zigaretten und Benzin mit Blei.“

Sitzung 6 (Kneipe „Zum kleinen Olymp“)

Günter und Karsten erhöhen hier die Absacktiefe, während der Rest der PerVersen schon schläft.

Samstag

Altstadtrundgang

Altstadtrundgang mit Schloss-Schwerpunkt. Ein Schild an der Mauer mit einem einzigen Wort darauf weist die Anlage zu Recht als „wohlangeordnet“ aus, ein Hölderlin-Wort. Es entstehen Fötö von uns Sprachheiligen in Fensterbögen. Viele Türme werden verzinchen (Weißer Turm, Rathausturm, Hexenturm), außerdem der Laden einer Putzmachermeisterin, die u.a. einen echten Homburg ausstellt.

Beim anschließenden Kaffeetrunk im Café Hölderlin wird ein Gesetzesentwurf zu einer Lex Schüttelvers eingebracht, die den sofortigen Verschub sämtlicher Schüttelverse enthaltenden Beiträge im Forum in den Schüttelversfaden sanktionöre.

Exkursion zum Römerkastell Saalburg

Mit dem Bus geht es hinaus gen Römerkastell. Wohl noch unter dem Eindruck von Hutschachteln frägt sich Kilian, was für Büchsen wohl ein Büchsenmachermeister mache. Es ist die Art, mit der man auf die Jagd geht. Mit einer Sardinenbüchse jagt man dann folglich Sardinen. Die nächste Frage, auch mit Jagdbezug: Welche evolutionären Drücke haben wohl zur Ausbildung der Hasenblume geführt, also des weißen Stücks Fell, das bei fliehenden Hasen immer aufblitzt? Günters Theorie: „Das ist das Ätsch der Evolution.“

Gewagener Superkomparativ: „Kein Land ist waldmeister als Hessen.“

Besachtog des Saalburgmuseums mit faszinierenden Wiederauffrischungen über den Limes und die Kultur des römischen Reiches. Fazit: Vor 2000 Jahren war vieles schon genau so wie heute.

Ein Ausstellungsstück zeigt die römischen Zahlzeichen für hunderttausend, zehntausend, tausend, hundert und zehn sowie deren Hälften, die durch Stilisierung des halbierten Zeichens daraus hervorgehen, wie Homer lehrt und was einem bei V, L und D nicht unbedingt sofort auffällt. Daneben natürlich das Zeichen für eins, und ein Zeichen für ein Zwölftel (!), der Bruch der Wahl der Römer, hier ähnlich einem Theta dargestollen (oder verwechselt die Erinnerung des Protokollanten hier etwas?).

Θ

Sitzung 7 (Terrasse vom Museumscafé Taberna)

Ausgezinchenes römisches Mittagessen in der Taberna. Auf dem Menü: Römerbrot, lakonische lukanische Liebstöckelwurst, Römerbier (Binding-Pils), Pullum Parthicum in Liquamen-Kräutersoße (Liquamen = römisches Maggi aus vergorenem Fisch), Boletus Fungus in Honig karamellisiert mit Moretum (Kräuterkäse), Mulsum (Würzwein mit Honig, sehr trinkbar). Der Salatteller „Agricola“ kann Spuren von Wortklauberei enthalten (Günter).

Homer referiert über beliebte Orte für Strafversätze im römischen Reich, darunter das Schwarze Meer, an das Ovid verbannen wurde, weil er sich verdichtet hatte (carmen et error).

Kilian versucht die Tradition des PerVersen Bücherstapels mit einem einzigen mitgebrachten Buch wiederzubeleben.

Nominur neuer PerVers-Austragungsstätten.

Sitzung 8 (Espressobar Ernesto, Schwedenfad)

Per Bus zurück in der Stadt wird erstmal Kaffee und Kuchen gefassen. Die kregele Besitzerin versucht mit eingeschrachtem Erfolg, sich die Bestellungen der großen Runde zu merken. Gesprächsthemen sind asiatischer Pauschaltourismus, die Gentrifizur von Höhlen, inhaltliche Parallelen zwischen Helmut Kohls Lebensabend und Stephen Kings Roman Misery sowie europäische Monarchen.

Kurparkrundgang

Fortsatz der Sprufki-Verkust am Hölderlin-Denkmal. Man ist sich einig, dass Hölderlins Dichtung einen besonderen Auszinch für mmU verdient.

Nächste Station: das Thai-Teil am Teich, danach erneute Rast auf der Terrasse des Restaurants Am Römerbrunnen. Schaffung neuer Ämter und Ämterkategorien. Es wird der Antrag eingerichen, den Titel Auftberagener wegen seines bürokratisch-administrativen Beigeschmacks einzuschränken. Als Alternativen gölten Wächter + Genitiv (z.B. Wächter des Glases = derjenige, der Obacht gibt, daß bei der Sprufkivergabe kein Pinnchen unerlaubterweise von der Parkbank rutscht…), Titel, die ein nahezu mystisches Element inbehielten. Günter trägt den Lordsiegelbewahrer bei – wobei „Siegel“ in der GSV durch entsprechende Objekte ersotzen werden kekünne, und solcherlei Ämter gemühnen doch an die Noblesse der Häuser Tudor, Windsor und Konsorten. Als weitere Titel böten sich: Meister, Großmeister, Herr etc. mit den entsprechenden Genitiven an.

Aus Karstens Schatzkästlein des Abseitigen: Essensrestefotografie – Food Porn Meets Necrophilia.

Außer zahlreichen Leberheilbädern scheinen die speziellen Qualitäten Bad Homburgs als Kurort die PerVersen nicht zu scheren. Man fässt allerdings eine eventuelle zukünftige PerVers in Bad Nierstein (analog St. Gallen) ins Auge. Dort gibt es ein paläontologisches Museum mit Insektenfußabdrücken!

Günter und Kilian wollen die verbliebenen Kulturschätze des Kurparks auch noch sehen, der Rest will lieber sitzenbleiben und sich weiter dem Leberheilbad widmen. Günter: „Wär doch netter, wenn wir zusammen gingen.“ amarillo: „Ja, manchmal ist es halt weniger nett.“ Günter und Kilian also auf zum zweiten Thail – dem am Brunnen – sowie zum Auguste-Viktoria-Brunnen (Kilian kostet), zum Elisabethenbrunnen und zur Russischen Kirche, wo sie eine Versammlung eindrucksvoll singender Gläubiger fast nicht stören.

Sitzung 9 (Restaurant Pinocchio)

Nach mildem Irren langt man im etwas außerhalb gelegenen Pinocchio an. Das Essen ist gut, wenngleich angesichts Seesatans mit Spargel kurz der Eltviller Spargelstreit wieder aufzuflammen droht. Aber es ist heiß, eng und laut, auf dem Tisch ist kaum Platz vor lauter Kerzen und Blumen und das Personal verbreitet Hektik und quatscht ständig ins Essen. So kann man einander nicht verstehen und die Gesellschaft spaltet sich schon bald in die Grantler (amarillo, Karsten, Schneemann) und die Trauerklöße (Günter, Homer, Kilian) – ein weiteres Schisma.

Die Grantler gehen schon mal, die Trauerklöße warten auf ihren Auftritt in Gießen. Unterdessen grüßt katakura per SMS und wird kryptisch zurückgegroßen, weil niemand an Günters Dumbphone die Korrekturtaste zu finden imstande ist. Als der Grinsekater von der PAROLE aus anruft, versucht Kilian mit fernmündlicher Liveübertragung aus dem Stegreif und auf Neutsch folgende drei Fragen zu beantworten:

  1. Was macht die GSV gerade? (Sie steht auf der Terrasse und raucht.)
  2. Der Grinsekater kann es mit seinem künstlerischen Gewissen molgerwies nicht mehr einverbaren, bei der GSV mitzumachen. Was sagt der gelubene Sprachführer dazu? (Er sieht es gelassen, sind Abspielte und Schismen doch ohnehin gerade das große Thema der GSV.)
  3. Publikumsfrage: Hat die GSV ein Wort des Jahres? (Nein, aber sie hat fast ständig ein Wort des Augenblicks wie z.B. Wiederbetätigung, s.a. die anderen interessanten Vokabeln auf dieser Seite.)

Günter glaubt Kilian „mit allen Witzen gewaschen“, doch der kannte „Das ist bei uns so Ouzo“ noch nicht.

Sitzung 10 (Kneipe „Zum kleinen Olymp“)

Großer Gemütlichkeitszugewinn durch Wechsel in den Raucherraum der urig-griechischen Kneipe, wo Günter und Homer nach kurzer Busfahrt und Kilian nach einem Verdauungsmarsch ankommen. Günter leidet leider unter Zahnweh. Schneemann bietet Hilfe an: „Soll ich dir den Schädel einschlagen?“ Günter bevorzugt es, sich mit einem kalten vielfachen Ouzo nach dem anderen zu betäuben, die anderen sprechen dem Weißwein zu. Im Fernsehen läuft Snooker mit seinen speziellen Kleidungsvorschriften: „Der Schiedsrichter läuft rum wie ein Hotelempfangschef und die beiden Kellner spielen gegeneinander.“ (amarillo)

Die Gesprächsthemen kreisen eine Weile um Geheimdienste und Politisches. Man spielt das Spiegel-Dialekte-Quiz. Zu diesem Thema der Xi-Quä-Witz:

En Schwob, en Schweizer ond en Norddeitscher sitzed em Zug.
No frogt dr Schweizer da Nordeitsche: „Sinds auch schon z’ Züri gsi?“
Der verschtoht aber nix.
Der Schweizer wiederholt: „Sinds auch schon z’ Züri gsi?“
Aber s hilft nix.
Der Schwob hilft aus: „Er moint gwä“.

Anti-Unterdrückungs-Bestrebungen in der Sprache und anderen Zeichensystemen: Nach dem großen Erfolg von Unicode-Emoji und der Beobachtung, dass sie von den meisten Systemen mit heller Haut wiedergegeben werden, hat das Unicode-Konsortium jetzt Skin Tone Modifiers eingefohren, um die Umsetzung diverserer Emoji zu erleichtern. Karsten berichtet von Aditya Mukerjee, der sich vom Unicode-Konsortium nachtbëielegen fühlt, weil das jophola in Unicode nicht als einzelnes Zeichen existiert, sondern nur als Ligatur aus mehreren Zeichen gebolden werden kann. Kilian ist skeptisch: sicher sei an dem Vorwurf, das Unicode-Konsortium sei westlich dominoren, was dran, doch könne man das „Fehlen“ des jophola genau so gut unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Gemeinschaft der Bengali Schreibenden über die angemessenste Kodierung dieses anscheinend im Übergang zu einem eigenständigen Buchstaben befindlichen Zeichens zuschreiben.

Kilian ist tendenziell für „geschlechtergerechte“ Formen, also geschlechtsneutrale Personenbezinche (Studierende, Professx, they…) oder explizite Nennung von maskuliner und femininer Form (Lehrer/innen, Arzt oder Ärztin, she or he…), Homer bricht eine Lanze für das generische Maskulinum: es sei im Indoeuropäischen das ursprulnge genus commune. Kilian hält dagegen, dass psycholinguistische Studien konsistent belegen, dass das Maskulinum heutzutage nicht geschlechtsneutral verstanden wird, unabhängig davon, wo es sprachgeschichtlich herkommt.

Schönes Zitat des Kellners: „Stille können wir.“ Um Erlebnisse wie im Pinocchio zukünftig zu vermeiden, wird die GSV von nun an vor jeder PerVers akustische Gutachten über die Lokalitäten am Ort einholen.

In England finden alleweil Sirrungen statt, finden in Deutschland auch noch Vonnungen statt? Nein, das ist vorbei. Der australische Premierminister Tony Abbott zog letztes Jahr Spott auf sich, weil er zur Wiedereinfuhr des australischen Rittertitels ausgerechnet jemanden ritterte, der bereits Prinz ist: Prinz Philip.

Zum Abschluss entwickelt Karsten eine raffinorene Technik, um in das laufende Gespräch einzuhaken und sein Zubettgehen anzukündigen: „A propos nicht.“

Siehe auch