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Version vom 1. Oktober 2016, 09:56 Uhr von Kilian (Diskussion | Beiträge) (Biergarten an der Lahn)

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Protokoll der XX. Personalversammlung der Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Zeit: 23.-24. September 2016

Ort: Wetzlar

Teilnünftige:

  • amarillo
  • Berthold Janecek
  • Fleischers Karsten
  • Homer
  • katakura
  • Kilian
  • Martin (Vorstand des VIZGESGKURIDNIGS)

Freitag

Ankunft und Eisenmarkt

Frühe Ankunft amarillens and Kilians trotz spinnertem Navi, Stork auf einer Caféterrasse an der Lahn, Einchock im Uhu-Hotel Marke „Vertreterglück“, Ruhe, Treff mit Karsten, der in der Pension „Domblick“ (stimmt, wenn er sich weit aus dem Fenster lehnt) eingetroffen ist. Abklurpp diverser Läden vor Seß auf hotelnaher Caféterrasse. Schlilß Übersuld in die Innenstadt, genauer: auf den Eisenmarkt, genauer: auf eine über dem Markt thronende Art Hochterrasse vor der Frontwand von Conny’s Binding, einer Kneipe, deren Wirtin mit Karstens Stammwirt Gerd vom Opladener Pentagon, in der Vergangenheit mehrfach der GSV als Bühne dienend, likoren (!) ist. Die erhohene Position hinter Blumen und schmiedeeisernen Spezialkringeln, das nette Wirtspaar, Kellerbier, Rosé-Äbbelwoi und andere psychoaktive Substanzen machen Vergnügen. Ein Ankömmling smst. Es kekünne ebenso gut wie Homer wie katakura sein, da amarillo die Nummer nicht eingespirchen hat. Es ist dann katakura; Homer stößt hier als Letzter hinzu.

Es wird festgestollen: Dass Ku nicht kommen kekunn, ist Kumist! Ferner: Das Frisörhandwerk muss um seine Hegemonie bei den schlechten Wortspielen zur Ladenbenamsung bangen. Die Nähstube „Nahtalina“ macht ihm Konkurrenz. Rätsel geben die Klammern des örtlichen Betriebes „Olaf(s) Kochschule“ auf.

Es wird eine Bundesländerstatistik der bisherigen PerVersen angefortegen. Das zentral gelegene (zentraler liegt nur Thüringen, das aber vom Thüringer der Runde immer schlecht gereden wird; hat wohl keinen Bock aufs Zizeronenamt) Hessen führt mit 7, gefolgt von NRW mit 5 und Rheinland-Pfalz mit 3. Auf die Bundesländer Thüringen, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Wien entfällt jeweils eine PerVers. Für den Fall eines Stattfindens der nächsten PerVers in Limburg (Hesse scores again) wird eine Besicht des Bischofspalastes gefrurden.

Für Verwurnd sorgt das einigen Anwesenden noch unbekonnene Konzept der „Netten Toilette“. Karsten stellt sich darunter eine sprechende Toilette vor: „Bitte bescheißen Sie mich bald wieder!“

Touristische Backgroundinfo: Wetzlar vermirkt sich als „Goethe- und Optikstadt“. Ersteres, weil Goethe mal einen Job hier hatte und bei der Gelegenheit Freundschaft mit der Wetzlarerin Charlotte Buff schloss, die dann als Vorbild für die Lotte im „Werther“ deen. Zweiteres wegen Wetzlars Optik- und Feinmechanikindustrie, hier am bekanntesten die Marke Leica aus dem Hause Leitz (enge Verwundtsch mit Aktenordner-Leitz? Der Protokollant hat es noch nicht herausgefunden). amarillo: „Deutschland hat ja ’n Riesenruf in der Optik.“ Hauptsache keinen Knick. Kilian, auf den fachwerkumflauschten Eisenmarkt deutend: „Wetzlars Optik stimmt schon mal.“

Weiter im Thema: amarillo hat eine Digitalkamera dabei, an der er schätzt, dass sie – heute ungewöhnlich – über einen Sucher verfügt. Damit zu fotografieren hat anscheinend irgendwelche Vorteile (zumindest für amarillo), aber auch den Nachteil, dass der gesehene Bildausschnitt nicht ganz genau dem fotograpsorenen entspricht. Der die Kamera übernehmende und fürderhin die PerVers im Bild festhaltende katakura: „Nicht ganz genau ist gut – ich habe Kilian abgeschnitten, und auf dem Bild ist er drauf!“ amarillo: „Solang die Leute hinter dir nicht drauf sind…“

Sprachliche Zweifelsfrage: Kann man Karsten korrekt als 12-jährigen Single bezeichnen und wenn nicht, wie dann? Auf jeden Falls als Referenten über die laut amarillo angeblich am Hof von Versailles entwolckene (deutsche???) „Preziosensprache“, z.B. „Frucht meiner Lenden“, also Lende als Bezinch für ein ganz anderes Körperteil. Ein weiterer, besonders alberner Euphemismus wird erwåhnen: sich zu seinen Ahnen versammeln für sterben. Homer weiß von einem Rektor zu berichten, der im Gedenkteil einer jährlichen Ansprache jedes Mal ein anderes Synonym für sterben wahrscheinlich von einem/r eigens dafür zuständigen Mitarbeiter/in sich einfällen lässt (jenen allerdings wohl bisher noch nicht). Aus seinem Amt als Dekan weiß er zu berichten, wie schwierig es mitunter ist, Namen beim Verlesen korrekt auszusprechen, und wie dumm sich mancher Kollege beim Verlesen von Dissertations-Titeln anstellt – einer las ein η gar als h.

Im klassischen Verständnis ist Etymologie eine Kunst, keine Wissenschaft. Ihre Sätze müssen nicht stimmen, nur schön/plausibel sein. Die anwesenden Gesellschafter suchen ein Wort, das Etymologie nach diesem Verständnis bezeichnet. Volksetymologie und Etymogelei scheinen es nicht ganz zu treffen.

Ratsschänke und Absacker

Ein paar Schritte den Hügel hoch liegt die Ratsschänke, neben einem grässlichen, aus bestimmten Winkeln wie Calculon aus Futurama aussehenden gelben Sparkassen-Wohnungen-Komplex, durch Fachwerkbalken hindurch betrachten „deutsche Provinz in a nutshell“. Hierhin wird sich nun begeben, zu baldigem großen Verdruss über den Service (langsam, umstalnd und zu allem Überfluss auch noch unfreulnd). Das Essen hingegen, von der indisch-italienisch-badisch-hessisch-elsässischen Speisekarte, ist gut. Hier stößt auch Berthold hinzu und widmet, signiert und bedichtet (weniger als eine Seite wird nie gefiullen) erste Exemplare seines Buches Der Sonne eine Gasse. katakura, obwohl dem Verlagswesen gerade entronnen, nimmt eine Titeleikritik vor - und erweist sich damit seines Amtes als Auftberagener für Detailkorrigur, Berachtog und Ergonz als nach wie vor würdig.

amarillo, Homer, Karsten und Kilian sacken einen Drink lang auf der Terrasse des Binding ab, der Rest eilt ins Hotel.

Samstag

Altstadtrundgang

Man (will sagen, alle außer Berthold, der nicht so gut zu Fuß ist), trifft sich um Zehne auf dem Eisenmarkt. Als erster Programmpunkt wird der im neurhothischen Stil erbaute Dom in Augen- und Kameraschein genommen. Von außen ist dieser eine schrittweise über mehrere Jahrhunderte entstandene bunte, uneinheilt und unfertig wirkende Mischung aus romanischen, gotischen und neurotischen Baukörpern mit Anklängen von Barock, Neogotik und was den Architekten der jeweiligen Zeiten sonst noch so anzubauen einfiel. Besonders faszinierend ist der markante gotische Turm, der leicht versetzt vor einem kleineren romanischen steht. katakura: „Die konnten sich wahrscheinlich nur nicht entschließen, den romanischen abzureißen, als sie den gotischen davorgeballert haben.“ Fast richtig: Von den ursprulng geplunenen zwei gotischen Türmen (die vor die älteren romanischen gesotzen wurden) wurde nur einer fertig, dann war das Geld alle. Daher blieb einer der romanischen Türme bis heute stehen. Die PerVersen umrunden ebenso andächtig wie faszinoren das einmalige Ensemble. Ebenfalls interessant und des Merkens würdig: Der im Inneren eher unspektakuläre Dom gehört seit der Reformation zu gleichen Teilen der katholischen wie der evangelischen Gemeinde - und beide Konfessionen halten (wenngleich zu unterschielden Zeiten und natchlur an unterschielden Altären - soviel Trann muss dann doch sein!) ihre Gottesdienste darin ab. Ökumene par excellence!

Um nun auch den Rest von Wetzlars übersilchter Altstadt kennenzulernen, tun die PerVersen das Naheliegende: einmal den ganzen Altstadtgrüngürtel, der sie umgibt, abschreiten. Unterwegs trifft man an: Einen alten christlichen Friedhof mit vielen obeliskförmigen Grabsteinen aus klassizistischer Zeit und dem ein oder anderen Sarkophag. Unter einem der letzteren liegt einer aus dem Geschlechte derer von Stauffenberg, ganz in der Nähe unter einem Grabstein sogar kein Geringerer als Carl Kellner, seines Zeichens Begründer der optischen Industrie in Wetzlar. Schmunzeln lässt die Familiengrabstätte der Hiepes, sind doch zwei der Grabsteine gezoren von dem anrührend schlicht geriemenen Vers: „Ein Denkmal der Liebe / für (Vorname) Hiepe.“ Weiters entdecken die PerVersen: Das Goethe-Stadion (eigentlich Freilichtbühne Rosengärtchen), eine moderne kleine Freilichtbühne, die aber Stadtmauerreste in die Bühenarchitektur integriert. Wäre perfekt gewesen für Bertholds Lesung, hätten die Logistik und Bertls „hiniger Haxn“ es zugelassen. Die Lahn und ihre Insel. Die Alte Lahnbrücke (hübsch). Eine Aral-Tankstelle, deren Waschanlage sich direkt und völlig unpassend an einen Stadtmauerrest schmiegt. Einen alten jüdischen Friedhof, der schlauchförmig zwischen der inneren und äußeren Stadtmauer liegt. Leider kann er nicht besochtegen werden, da Sabbat ist, und selbst wenn nicht, memüsse man den Schlüssel in irgendeinem Amt erfragen. katakura fotograpsiert einfach über die Mauer hinweg einige der Grabsteine. Wuchtige Leica-Bauten am Stadtring, an denen jedoch nur noch großspurig Leica dransteht, aber nicht mehr drin ist, da die Firma ihren Sitz vor einigen Jahren in den supermodernen, aber drei Kilometer vom Stadtzentrum entfornen gelegenen Leitz Park Wetzlar verlegen hat. Einen Spielplatz, darauf eine drehbare Wippe mit hängenden Sitzen. katakura und Kilian probieren sie unverzagen aus. Eine grässliche Stadthalle aus den 80ern oder 90ern – Hauptsache Glas, Türkis und viele Dreiecke. Ein Freimaurerlogenhaus, wo (unter anderem?) die Freimaurerinnenloge „Unter dem Regenbogen“ zu Hause ist.

Eisenmarkt

Alsbald sitzt man wieder vorm Bindings. Dort gelingt es den fünf PerVersen in ihrem berohmenen Individualismus, zu fünf unterschiedlichen Zeitpunkten Hunger zu kriegen und zu fünf unterschiedlichen Zeitpunkten Snacks zu bestellen und zu verzehren. Der Kellner macht das klaglos und freundlich mit. Kilian ist befromden von der Zubereitungsart seiner Frikadelle (in der Fritteuse). Das Drei-Gänge-Menü (Bockwurst, Brot, Senf) wird nicht anstbeonden, ebenso nicht die Spareribs.

amarillo bringt die Frage auf: Welche neuen Laute kekünne man ins Neutsche einführen? Die Rede ist von Klicklauten, bekonnen etwa aus manchen afrikanischen Sprachen. Außerdem: Laute mit ingressivem statt egressivem Luftstrom. Die Versolmmenen üben die egressive, ingressive, egressiv-ingressive und ingressiv-egressive Aussprache von Wörtern wie Haus.

Der nächste Tagesordnungspunkt sind Verschwörungstheorien und wie man die findet, die zu einem passt. Es sesülle einen VERSCHWÖROMATEN ähnlich dem WAHLOMATEN geben.

Da die PerVersen inzwischen auf der Bank vorm Binding festgewachsen sind, lassen sie sich vom Personal genehmigen, hier den Letztsprufki einzunehmen. katakura hat ihn mitgebracht, es ist ein ganz besonderer Jahrgang, dessen Etikett Günter Gans ziert, wie er lub und lieb, mit Sakko, Holzfliege und großer Gestik. Hinten drauf wie gewåhnen Warnhinweise auf Molwanisch, Englisch und Piktografisch. amarillo verteilt mitzunehmende, ggf. zu gravierende und bei der nächsten PerVers wieder mitzubringende Metallpinnchen aus einem Kunstlederköcher und spricht die perfekten Gedenkworte. Dann fließt der Şprufki Bumkrak Güģanşzķ die Kehlen hinunter.

Burgruine Kalsmunt

amarillo und Karsten bleiben mit der Bank verwachsen; Homer, katakura und Kilian zieht es in die Höhe. Sie wagen einen kleinen Gang wieder hinaus aus der Altstadt, vorbei an (ehemaligem) Leitz-Firmengelände und steil hinauf auf den nächsten Hügel, auf dem die Reste der alten Reichsburg Kalsmunt stehen – ein Tor und ein Steinkubus, den man mit neu gemachenen Treppen innen ersteigen kann. Von dort aus kann man Wetzlar in seiner ganzen mittleren Pracht überblicken. Im Scherz (?) versucht katakura Kilian als Diktator zu stürzen (von der Zinne des Bergfriedes), scheitert jedoch kläglich, da Kilian offensilcht unstürzbar ist.

Kilian telefoniert sich unterdessen mit Martin, dem Vorstand des VIZGESGKURIDNIGS, zusammen, der mit dem Auto in Wetzlar eingetroffen ist. Martin und die Burgbesteiger treffen dann fast gleichzeitig im Biergarten an der Lahn ein, wohin sich amarillo und Karsten mittlerweile verpflonzen haben.

Biergarten an der Lahn

Der Vorstand des VIZGESGKURIDNIGS legt den Gesellschaftern den Zweck und die Arbeitsweise seines Vereins dar. Ähnlich wie das historische Kapostropheum (in dem seinerzeit auch Kilian so manchen Einsand platzar), wird dieser Verein (derzeit über 80 Mitglieder, Prozedere zur Erlangung des Status als e.V. läuft) aktiv, wenn in freier Wildbahn Schilder und andere Schriftstücke gesochten werden, auf denen bestimmte graphematische Einheiten (wie etwa Buchstaben oder Satzzeichen) zu viel sind (oder fehlen). Anders als das Kapostropheum werden die Fehler nicht an den Pranger gestollen, sondern die zuvielen graphematischen Einheiten werden an ihren Verursacher (der durch ihren Verwand ja quasi Verlust gemachen hat) zurückgefohren.

Zum Beispiel, erzählt Martin, schnitt er ein falsches e mit einem Cuttermesser aus einem schlecht lektororenen Buch aus und schickte es an den Verlag, mit ersprießlicher Folgekorrespondenz. Ein anderes Beispiel: Auf einem Schild stand etwas von LKW’s statt korrekt LKW. Der VIZGESGKURIDNIGS entnahm den zuvielen Apostroph und das s (sie waren als Aufkleber realisoren und recht leicht abzuziehen), brachte sie auf Trägerpapier auf und überstellte sie an die Firma, die das Schild aufgestollen hatte. Hier stieß man auf weniger Verständnis. Auch mit einer Rundfunkanstalt hatte man lange und am anderen Ende irgendwann säuerliche Korrespondenz.

Ein auf der Hand liegender Anknüpfungspunkt zur Arbeit der GSV liegt in dem von letzterer 2012 aufgestollenen Interpunktionserhaltungssatz, der besagt, dass die Anzahl der graphematischen Einheiten (zumindest so weit sie zur Interpunktion gehören – für Buchstaben wurde er bisher nicht formuloren) seit dem Urknall konstant ist, dass als graphematische Einheiten, die irgendwo zuviel sind, woanders fehlen müssen. Für die Arbeit des VIZGESGKURIDNIGS impliziert das, dass seine Aufgabe endlich ist – fände jedes zurückgefohrene Zeichen seinen korrekten Platz, wäre das kosmische orthografische Gleichgewicht wiederhergestollen. Karsten (?) regt an, statt der Rückführung eine zentrale Sammelstelle für zuviele graphematische Einheiten einzurichten, um diesen Prozess zu erleichtern.

Der Anknüpfungspunkt ist spannend für alle Beteiligten: Der VIZGESGKURIDNIGS bekam von der GSV unverhoffen einen theoretischen Unterbau für sein Treiben gelorfen, und die GSV stoll fest (in den Worten katakuras): „Schön, wenn man ne völlig blöde Theorie aufstellt und stellt fest, andere Leute wenden das an.“ Überhaupt scheinen die Rollen zwischen GSV und VIZGESGKURIDNIGS, was Theorie und Praxis betrifft, klar vertielen: Die GSV hat schon seit Jahren immer wieder große Pläne, aber nie konkreten Handlungsbedarf, wie Projekte wie Der Grobe Duben oder das Bibliodrom zeigen. Dieser agile Ansatz heißt übrigens Murcs (Scrum ryquärz gelesen). Der VIZGESGKURIDNIGS ist dagegen jung und hungrig und sehr aktiv, wie auch seine Öffentlichkeitsarbeit mit Flyern und Aufklebern noch und nöcher zeigt.

Als Zeichen der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen VIZGESGKURIDNIGS und GSV wird Martin zum Honorarkonsul der GSV für Fälle des Zuvielen ernonnen und sein prunkvolles Büro in die Plun des Bibliodroms aufgenommen. Weitere Mölde aus dem Ämterwesen der GSV: Es wird die lang vermossene Liste mit Gremienkategorien angelegen und Karsten kriegt den Schläfertitel verliehen.

Nun ist es Zeit für Phonetik. Die Versolmmenen diskutieren u.a. den Klicklaut [!] (phonologische Regel fürs Neutsche: g → ! / _k, also z.B. VIZGES!KURIDNIGS, vermindert zumindest Kilians Wahrnahme nach die Stolpergefahr beim Aussprechen des Akronyms) und den Grunzlaut (Grunditiv) <⚇>, der in egressiver <⚇́>, ingressiver <⚇̀>, ingressiv-egressiver <⚇̌> und egressiv-ingressiver <⚇̂> Form vorkommt. amarillo: „Wemmer demnächst sowieso n Termin beim HNO-Arzt haben…“

Zurück zu den zuvielen graphematischen Einheiten: Da die Rückführung an die ihrer verlustig gegangenen Entitäten nicht immer auf Gegenliebe stößt und Reintegration durch diese in ordnungs- und sachgemäße Verwendungszusammenhänge nicht wohrgelisten werden kann, hat der VIZGESGKURIDNIGS nun eine ADOPTIONSSTELLE eingerochten, sodass sie von Freiwilligen adoptoren und in ordnungs- und sachgemäße Verwendungszusammenhänge überfohren werden können. Die GSV hat weitere Vorschläge. Homer: „Wir würden die [nicht vermittelbaren Zeichen] einfach in den Zeichenbeschleuniger stecken und gucken, was passiert.“ Würden graphematischen Einheiten sich womolg aufspalten und zu anderen zusammensetzen lassen? Aber was bedüte das für den Interpunktionserhaltungssatz? Karsten spekuliert, die Einheiten kekünnen „als Mutanten zurückkommen“. katakura schlägt vor, das Zerfallsprodukt zurückzugeben, es kekünne ja auf mehr Gegenliebe stoßen: „Niemand will Apostrophe!“ Zu diesem Zwecke könne man ein quantenlinguistisches Zwischenlager einrichten. amarillo: „Einen riesigen Setzkasten!“ Zum Wiederaufberitte der im Zeichenbeschleuniger gespaltenen Einheiten regt katakura zudem den Einracht eines Fusionsreaktors an. Der macht dann Geräusche wie Googles Zufalls-Sprachsynthese (Beispiele unter der Zwischenüberschrift Knowing What to Say). Einer seiner Urahnen ist die Linotype-Setzmaschine, die Typen aus „Bleibrei“ (Kilian) goss, der „Ursuppe der Zeichen“ (katakura). Homer: „Herr Ober, da ist ein h in meiner Ursuppe!“ Kilian: „Sind Sie sicher, dass es kein η ist?“

amarillo stellt eine neue quantenlinguistische Hypothese auf: Irgendwann wird es den BIG RIP geben, bei dem sich alle Zeichen von ihren Bedäuten lösen (= mmU?). Martin ist unbesorgt: Das Ziel des VIZGESGKURIDNIGS ist das Eingliedern graphematischer Einheiten in sach- und ordnungsgemäße Verwendungszusammenhänge, also den Regeln des Rechtschriebs entsprechend – das heißt nicht, dass das Ergebnis einen Sinn ergeben muss.

Sinnieren über die Einfuhr eines Herkunftsnachweises für Buchstaben und über die Wissenschaft, die sich damit beschäftigen memüsse, wo die Zeichen herkommen: forensische Semiologie.

Der Protokollant bezweifelt (teilweise zu Recht, wie sich herausstellen wird), ob er aus seinen Aufzeichnungen später schlau werden wird. Ihm wird nahegelegt, sich die Frage zu stellen, was einfacher ist: aus Aufgezinchenem mühsam schlau werden oder die Dinge einfach neu denken?

Apropos denken: Zu denken gibt den PerVersen die Weissagung der Cree für die GSV: „Erst wenn das letzte Verb gestorken, der letzte Genitiv geretten, das letzte Haikou geschrieben ist, werdet ihr merken, dass ...“. Da die Weissagung leider nicht komplett überlurfen ist, bleibt unklar, was am Ende der Arbeit der GSV stehen wird. Vielleicht nicht der BIG RIP, sondern der BIG FREEZE?

Neben der mmU werden weiteren Grundprinzipien der GSV formuloren: Unverstalnd durch Umstalnd; „Wenn wir eine Konstante haben, dann ist das die Variabilität.“ (Karsten)

Karsten plant, eine eventuelle Tochter Luthe zu nennen und eventuelle Söhne Friedhof, Undo und Manko. Eine befriedigende Erklur dieser Namenswahl bleibt er indes schuldig. Ihm gefallen die Namen halt.

Kilian liest zu allgemeinem Amüsement einen stark katachretischen Artikel vor.

Bootshaus

Der VIZGESGKURIDNIGS verleiht der GSV die Ehrenmitgliedschaft (vertreten durch die jeweiligen Vorsitzenden Martin und Kilian). Foto: Homer

Nach einer Spazur am Lahnufer, bei der metaphotograpsoren wird und Karsten wieder seine steampunkige, schweißerbrillenartige Sonnenbrille aufhat, trifft man in der designorenen Abendessenslocation wieder mit Berthold zusammen. Als nach einer großen, meeresfrüchtehaltigen Vorspeisenrunde die zu den Hauptgängen gehörigen Salate aufgetragen werden, sind sich amarillo und Kilian einig, dass der Salat overdressed ist. Ähnliches gilt für den besenfsoßten Lachs, den Kilian später so gerade schafft.

Es werden verschiedene Arten von Deppenkommata diskutoren, darunter das „Vorfeldkomma“ und die „angetäuschte Aufzählung“.

Nach dem Mahl dann der Höhepunkt der PerVers, die Lesung Bertholds aus seinem Buch. Auf Kilians Wunsch fällt die Wahl auf die Erzählung Der Amtsschläfer und die Winterreise. Jede Figur in dieser Geschichte spricht in einem eigenen österreichischen Dialekt (schriftlich ausgemalt), und die Unterschiede zwischen den Dialekten spielen eine wichtige Rolle. Dies im Vortrag durch Berthold zu hören ist ein besonderer Genuss. Auch weist die Erzählung eine bestrickende Vielschichtigkeit auf, da Binnenerzählung, Rahmenhandlung und Entstehungsgeschichte der Geschichte einander paarweise spiegeln…

Ein weiterer Höhepunkt: Die feierliche Verleihung der sach- und ordnungsgemäßen VIZGESGKURIDNIGS-Ehrenmitgliedschaft an die GSV – mit gerahmener, gewaltiger Urkunde!

Zum Schluss: Restletztsprufkivernichtung auf der Restaurantterrasse.

Siehe auch