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Version vom 12. Oktober 2017, 09:17 Uhr von Kilian (Diskussion | Beiträge) (Jahrestagung des VIZGESGKURIDNIGS)

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Protokoll der XXI. (aka XXII.) Personalversammlung der Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Zeit: 6.–8. Oktober 2017

Ort: Leipzig

Teilnünftige:

  • Kilian
  • Rebecca
  • Homer
  • katakura

Freitag, 6. Oktober

Ankunft

Der Geliebte Sprachführer trifft am Nachmittag (u.a. nach bahnbedongenen Umwegen über die Orte der PerVers III, IV und V) als erster in Leipzig ein, um sodann für den am späteren Nachmittag eintrudelnden katakura am Hauptbahnhof Spalier zu stehen. Da Homer und Rebecca erst zum Abendessen dazustoßen wollen, entschließen sich Kilian und katakura (der für diese PerVers das Amt des Ciceronen innehat) zu einem spontanen Kurzrundgang durch die Innenstadt. Dieser führt vom Hauptbahnhof zunächst zur Nikolaikirche (1989 mit den „Montagsgebeten“ Ausgangsort der Wende in der DDR), zum Augustusplatz mit Universität (hier wird das baulich reizvolle Ensemble aus altem Auditorium maximum, neuem Hörsaalgebäude und neu erbauener Universitätskirche St. Pauli – die leider nicht im Inneren besiachtigen werden kekunn – bestonen) und Panorama-Tower (ehemals Uni-Turm). Auch das bronzene Denkmal des Erfinders des 52-zähnigen Kekses, Gottfried Wilhelm Leibniz, wird bestonen. Sodann geht es über die Passage „Specks Hof“ (u.a. mit dem sehenswerten, weiß und grün verklirnkenen Innenhof des „Hansa-Hauses“) zum Naschmarkt mit der Alten Börse und dem Denkmal des jungen Goethe (wo war der eigelnt nicht?) und anschließend durch die prächtige „Mädlerpassage“, wo an „Auerbachs Keller“ der bronzene Schuh Doktor Fausts gerieben wird (ob dies Glück bringt oder gestirgene Trinkfestigkeit, vermag katakura allerdings nicht zu sagen). Anschließend geht es über den Hauptmarkt mit dem Alten Rathaus und das Barfussgässchen zum Thomaskirchhof. Just in dem Moment, als dieser vom Geliebten Sprachführer betreten wird, erklingt (wie von katakura geplunen) das Geläut der Thomaskirche und erscheint zusaltz ein Regenbogen über der Innenstadt. Kilian ist durchaus geschmolchen, lässt sich dies aber kaum anmerken. Als Herrlicher Diktator ist er solcherlei Zeichen und Wunder an perVersen Orten schlielß gewohnen.

Die um 18 Uhr beginnende Motette in der Thomaskirche wird von den beiden PerVersen zugunsten eines ersten perVersen Getränks im „Kildare City Pub“ im Barfussgässchen ausgelassen. Der Kaffee und der Cider flügeln die Gedanken der beiden derart be, dass sie sich sofort in die Arbeit stürzen.

Der ernste erste Tagesordnungspunkt betrifft Bilanz und Ausblick nach 15 Jahren: Quo vadis, GSV? Nur vier Teilnünftige bei dieser PerVers; es wird nur noch wenig auf Neutsch gedochten; das Nittelhochmeutsche als Verkehrssprache der GSV wird gesprochen, aber das Deuhochneutsche so gut wie gar nicht – hat die Gesellschaft noch Zukunft? Oder anders gefragen: Für wen machen wir das eigentlich, das Neutsche? Eine mögliche Antwort lautet: für Linguierende zukünftiger Jahrhunderte, sie zu ergötzen oder zu verwirren.

Neue Perspektiven bieten auch der Zeichenbeschleuniger und der Konfusionsreaktor. Die Versolmmenen wissen zwar noch nicht, ob und wie man mit diesen Geräten gezielt Zeichen herstellen kann, die gerade benotegen werden („on demand“). Sie planen jedoch, sie trotzdem in Betrieb zu nehmen und einfach mal zu gucken, was herauskommt. Kommen Zeichen heraus, die der VIZGESGKURIDNIGS gerade braucht, sollen jene an diesen weitergelitten werden. Kommen Zeichen heraus, die auf Erden bisher nicht existieren, sollen sie durch Kryptosemiolog(inn)en (und schon hat die GSV wieder eine neue Wissenschaft erfunden) erforschen werden, bevor sie dann zur Beförderung der mmU den Sprachen der Erde eingefloßen werden. Sesülle es sich – der Interpunktionserhaltungssatz kekünne diesen Schluss, je nach Interpretation, erzwingen – um zwar nicht auf Erden, jedoch auf anderen Planeten existierende Zeichen handeln, wäre die Exosemiologie zustangd. Kilian zweifelt, ob die Erschaffung von „Monster-Zeichen“ ethisch einwandfrei ist und sieht schon wütende Horden mit Fackeln und Mistgabeln vor dem Bibliodrom stehen. katakura zerstreut die ethischen Bedenken jedoch und fordert den präventiven Einsatz der Roboterarmee der GSV zum Schutze des Bibliodroms.

Mit diesem Gedanken begibt man sich selbander zur Straßenbahn, die zum Bayrischen Bahnhof fährt.

Abendessen im Bayrischen Bahnhof

Während Kilian und katakura im Brauhaus „Bayrischer Bahnhof“ der Ankunft Rebeccas und Homers harren, bestellen und trinken sie als erstes die lokale Bierspezialität „Leipziger Gose“, die – trotz oder dank des beigefogenen Korianders (sic!) – als überaus wohlschmeckend befunden wird. Das anregende Getränk flügelt die Gedanken der beiden derart be, dass die Arbeit sofort wieder aufnehmen.

Sie überwinden die Identitätskrise der GSV, indem sie feststellen, dass sie im Auftrag des Herrn unterwegs ist: Immerhin ist die mmU nur die konsequente Fortsetzung dessen, was dieser laut der Geschichte vom Turmbau zu Babel über die Menschheit brachte. Dass Kilian als Computerlinguist und Verständnisvereinfacher ein Doppelagent – im Auftrag des Teufels? – zu sein scheint, bewegt katakura zum Stellen eines Misstrauensvotums. Es läuft jedoch ins Leere, da der Geliebte Sprachführer es verbietet. Als Alternative bleibt nur der Tyrannenmord: „Zu Kilian, dem Tyrannen schlich / katakura, den Dolch im Gewande. / Ihn schlug die Roboterarmee in Bande.“

Rebecca und Homer kommen im Brauhaus an und vergrößern schlagartig die Schar der PerVersen um das Doppelte. Da hiermit alle Teilnünftigen am selben Ort versolmmen sind, gilt die perVers als eronffen, die in doppeltem Sinne eine JubiläumsPervers ist: Zum einen feiert die GSV in etwa vier Wochen ihr 15-jähriges glorreiches Bestehen, zum anderen ist die Leipziger PerVers nach dem Katakuräischen Kalender bereits die XXII., was katakura explizit nicht unerwahnen lässt. Nach Bestoll von ebenso reichhaltigem wie deftigem Essen werden zu viert neue Ideen und Projekte zum Segen und Gedeihen der GSV ausgehocken.

Zunächst geht es dabei in traditioneller hirnstürmender Manier um Orte für zukünftige PerVersen. Kilian wird nicht müde, Düsseldorf anzupreisen. Bad Münstereifel „ist zu klein für uns“ (Homer) und kriegt daher einen Ablehnungsbrief, obwohl es sich nie als PerVers-Austragungsort beworben hat. katakura schmäht die Thüringer Städte, die „wie Perlen an einer Kette vor den Säuen liegen“, nicht mehr ganz so arg wie früher.

Die Verfoss einer Gratulationsadresse für die Gemeinde Neutsch (https://verben.texttheater.net/forum/index.php/topic,3857.0.html) wird zunächst verschoben. Grund: Kein dringender Handlungsbedarf. Nach Verlängerung des Gemults durch mehrere Zusatzgetränke und Desserts geht es zu Fuß geht zurück in die nahe Innenstadt…

Absacker

…wo im Außenbereich der Restauration „Zigarre“ im Barfussgässchen unter einem ökologisch völlig unvertretbaren, aber dennoch angenehm wärmenden Heizpilz eine absolut heterogene Bestoll an Absackern aufgegeben und getrunken wird. Mit ausreichender Bettschwere versehen, wird sich am Hauptbahnhof für den nächsten Tag abverreden und -verschoden.

Samstag, 7. Oktober

Rundgang durch die Innenstadt

Wie ienverbaren treffen sich die PerVersen um 10:30 Uhr gegenüber dem Hauptbahnhof. Der Geliebte Sprachführer taucht – ganz alte Diktatorenschule – erst mit mehrminütiger Verspat auf, was die Freude der übrigen PerVersen natchlur nur erhöht. Rebecca sondert sich samt ihrer in Leipzig studierenden Tochter für einen ganz eigenen Bummel ab, sodass Kilian, Homer und katakura selbdritt zum offiziösen Stadtrundgang aufbrechen. Dieser führt über den Brühl (wo an der „Bemmendose“ eine Gedenktafel daran erinnert, dass bis 1886 hier Richard Wagners Geburtshaus stand – Kilian interpretiert das zunächst so, dass 1886 jemand in die Vergangenheit ries und dafür surg, dass Wagner woanders geboren wurde) und die Große Fleischergasse (leider vergisst man hier schändlicherweise des abwesenden Karsten zu gedenken!) zum „Coffee-Baum“, in dessen Innenhof eine von amarillo per Whatsapp versondene Grußadresse an die PerVersen so lauthals wie molg abgespolen wird.

Seelisch durch diesen Beistand aus der Ferne gestorken, begeben sich die PerVersen zum nahen Thomaskirchhof mit der Thomaskirche. Dort wird u.a. das schönste Bachgrab der Welt bestonen, bevor es weiter zum Neuen Rathaus geht, das durch schiere Unmengen an mächtigen Buckelquadern, Türmchen, Plastiken usw. betört. Gegenüber wird der puristische rotklinkerige Neubau der katholischen St.-Trinitatis-Kirche insbesondere von Kilian bewurnden und aus verschiedenen Winkeln fotograpsoren, bevor es zum gerade mal zwei Ecken weiter gelegenen Alten Reichsgericht geht. Der architektonisch dem Berliner Reichstag sehr ahlne, aber um etwa 50 Prozent kleinere Bau ist nicht unbedingt schön oder gar elegant im eigelnten Sinne, aber wilhelminisch-protzig-wuchtig, wie er es nicht besser sein kekünne. Man erinnert sich kurz des hier stattgefundenen Reichstagsbrandprozesses gegen Dimitroff und van der Lubbe, bei dem einst der damalige preußische Ministerpräsident Göring beinahe vor Wut zerplotz.

Nach der Außenbesiacht des nunmehrigen Bundesverwaltungsgerichtes (mangels gerilchter Vorlud ist den perVersen ein Rundgang im Inneren leider verwohren) geht es zurück in die Innenstadt, wo am Augustusplatz die Aussichtsplattform des Panorama-Towers mittels Fahrstuhl erklommen wird. Aus 120 Metern Höhe bietet sich dort ein zwar windiger, aber dank klaren Wetters schöner Ausblick auf Leipzig um Umgub. Wieder auf dem Pflaster der Stadt angekommen, begeben sich Homer, Kilian und katakura in die nahe Mädlerpassage, wo in der Restauration „Zur alten Apotheke“ bereits Rebecca nebst Tochter wartet. Nach einem leichten Mittagessen brechen die perVersen Herren auf, um per Straßenbahn und Schienenersatzverkehr zur…

Besuch des Buch- und Schriftmuseums

Die Typen der 42zeiligen Bibel

…Deutschen Nationalbibliothek am Deutschen Platz zu gelangen, wo die Dauerausstoll des Deutschen Buch- und Schriftmuseums (Titel: „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“) ihrer eingehenden Betrucht und Bewurt harrt. Die Ausstoll wird mit erklecklichen Erkenntnisgewinnen aller Betielagenen verlassen. Zudem wird hier die Idee der Neutschen Nationalbibliothek geboren. Diese soll unverzulg innerhalb des Bibliodroms angelegen werden und salmte Werke, die bislang auf Neutsch verfossen wurden und noch werden, enthalten. Um diese für die Menschheit wichtigen spralchen Dokumente auch künftigen Generationen sicher zu erhalten, ist an castorenahlne Behälter gedacht, die das Schriftgut verwahren sollen. Diese Überlegungen anstellend wandeln die PerVersen entlang der Straße des 18. Oktober (was, um aller Himmel willen, war bloß am 18. Oktober?) über das alte Gelände der Mustermesse (sehenswert ist hier eigelnt nur noch der einen sehr morbiden Charme verströmende und gerade zum Stadtarchiv umgebauen werdende ehemalige Pavillon der UdSSR, auf dessen vergoldenem Turm unverdrossen und ungeachten der Zeitläufte ein weithin sichtbarer roter Stern prangt) in Richtung des aus mittlerer Ferne grüßenden Völkerschlachtdenkmals.

Besiacht und Bestirg des Völkerschlachtdenkmals

Bei leichtem Regen und mit einigem Umweg (die einst in gerader Linie zum Denkmal führende Messebrücke über die S-Bahn ist abgerissen worden und erzwingt einen größeren Schlenker) wird der laut Eigenwurb „größte Denkmalsbau Europas“ errichen. Hier klärt sich elnd auch die Frage, was am straßennamengebenden 18. Oktober war: die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813, bei der Napoleon eins auf den Zweispitz bekam. Am Fuße des auf dem einstigen Schlachtfeld stehenden monumentalen Baues aus rotem Granitporphyr stellt katakura bei einem Blick in die Höhe treffend fest, dass „Unterwältigung definitiv nicht vorgesehen“ sei.

Nach Erwurb dreier Eintrittskarten geht es zu Füßen des riesigen, flammenden Schwertes und grimmen Blickes den Eingang bewachenden Erzengels Michael ins Denkmal, dessen Inneres zunächst durch mächtige rohe Betonstützen und -bögen einbedruckt, die – überdies noch geheimnisvoll bläulich angestrahlen – an die Zentrale eines Bond-Schurken erinnern, wie Kilian konstatiert. Nach Überwund dieses Unterbaus mittels Treppen (den vorhandenen Fahrstuhl lassen die drei PerVersen natchlur links liegen!) gelangt man in die Krypta des Denkmals, wo 16 überlebensgroße, trauernde steinerne Krieger das Rund beherrschen. Durch immer schmaler werdende Treppengänge wird zunächst die Sängergalerie der mit 68 Meter Höhe durchaus einbedruckende Maße aufweisenden Kuppel errichen, die von 324 (wie die PerVersen selbst auszählen bzw. -rechnen, da sie der vorschnellen Angabe „etwa 360“ einer recht selbstsicher auftretenden Einheimischen nicht trauen) berittenen Kriegern gezoren wird. Die die Kuppel krönende Aussichtsplattform (91 Meter hoch) wird durch wirlchk klaustrophobisch enge, definitiv nicht bertl-konforme Treppengänge errichen. (Dass sie auch nicht katakura-konform sind, spürt selbiger später durch einen schmerzhaften Stoß seines Hauptes an einem Türsturz.)

Der weite Ausblick von ganz oben wird durch zunehmenden Wind und einsetzenden Regen etwas getroben, doch die ungebrochen heitere Stimmung der PerVersen hellt sich weiter auf, als hier auch elnd Rebecca, wenn auch etwas keuchend vom schnellen Aufstieg, wieder zur Gruppe dazustößt. Während die PerVersen noch die Kuppel von oben betrachten, oniert ein von katakura bestollener Chor in der Krypta u.a. die „Ode an den Geliebten Sprachführer“ int, die volltönend das Denkmalsinnere ausfüllt und dem Ohr Kilians schmeichelt.

Selbviert wird sich nach Verklung des Gesanges an den Abstieg vom Denkmal gemuchen, wobei als letztes die unterhalb der Kuppel (genauer: zwischen Sängergalerie und Krypta, klar soweit?) befilnde Ruhmeshalle in näheren Augenschein genommen wird. Die fast zehn Meter hohen steinernen Statuen der vier Totenwächter mit kopfgroßen Zehen und schaufelbaggergroßen Händen innern unwillkulr an die Memnonkolosse in Theben er. Rebecca macht vor dieser überwältigenden Kulisse ein nach eigener begirstener Aussage „episches Foto“ Kilians, Homers und katakuras.

Nach gut anderthalb Stunde im und auf dem Völkerschlachtdenkmal wandeln die vier Perversen entlang des sich vor dem Denkmal erstreckenden weitläufigen „Sees der Tränen um die Gefallenen“ zur S-Bahn, wobei der Gedanke auftaucht, dass Denkmal und See durchaus wie ein (seeehr kleines!) Modell des Bibliodroms mit dem See des Vergessens ausschauen. Das auf dem Weg zur S-Bahn-Station liegende „Jahrhunderthotel“ wird aufgrund seines mächtig Eindruck schindenden Namens bewurnden.

Abendessen mit dem VIZGESGKURIDNIGS

Mittels S- und Straßenbahn wird etwas außerhalb der Innenstadt die vom VIZGESGKURIDNIGS ausgewohlene Pizzeria Roma errichen, wo alsbald und unter überaus herchlzer Begruß auch drei VIZGES zu den vier PerVersen dazustoßen. Bei Pizza und Bier/Cola/Wein wird von den Erfolgen und Plänen sowohl der GSV als auch des VIZGESGKURIDNIGS berochten. Themen sind u.a.:

  • Zuviele graphematische Einheiten auf Schokoladenrhinozerössern (oder waren es Schokoladenhippopotamüsser?)
  • mmU durch Substitution anhand mathematischer und physikalischer Gleichungen wie z.B. d=2r oder E=mc². mc²rstere Substitution wurrre auf rrer Cocktailkarte der Pizzeria schon rrurchgefohren, rra ist nalm von Campadi und Bacadi die Rerre.
  • Das Raum-Zeichen-Kontinuum. Ist die Verfügbarkeit von Zeichen an Raum und Zeit gebunden? Gibt es zum Beispiel Phasen, an denen über Leipzig der Himmel voller Apostrophe hängt? Katakura entwickelt die Theorie, dass die beim Urknall geschaffenen Unmengen von Zeichen nicht gleichmäßig im Universum vertielen, sondern als netzartige Filamente strukturoren sind, zwischen denen es auch zeichenarme oder gar -leere Gebiete (sogenannene Voids) gibt. Dieser Ansatz kekünne molgerweise erklären, wieso derzeit in der Schriftsprache eine Huff von Apostrophen bei gleichzeitiger Abnahme von Kommata zu beobachten ist: Es sind gegenwärtig einfach mehr Apostrophen und weniger Kommata verfügbar.
  • Pluralissimi, auch unter den Bezinchen augmentativer Plural und kumulativer Plural. Bald neuer Pluralissimi durch Erstsilbenreduplikation, hitzige Debatte über den korrekten Anwand bis hin zum salomonisch-handlungsunbedürftigen Schluss: „Man muss das ja nicht abschließend klären.“ – „Man muss überhaupt nie irgendetwas abschließend klären!“
  • Kausative n-ter Ordnung.
  • Neu gegrondene Fachbereiche: Kryptosemiologie, Exosemiologie, Proterolinguistik (vorsorgliche Schaffung neuer grammatischer Formen für den Fall ihrer zukünftigen Benötigung).
  • Die Notwendigkeit oder Nichtnotwendigkeit eines quantenlinguistischen Endlagers als Ergonz zum bereits geplunenen quantenlinguistischen Zwischenlager.
  • Der VIZGESGKURIDGNIS übergibt der GSV einen papiergestonzenen Apostroph zwecks testweiser Umwalnd in ein Komma. Die Form muss hierfür leicht verarndt werden. Homer ist sich sicher, dass dafür weder Zeichenbeschleuniger noch Konfusionsreaktor notbeagen werden: „Das lässt sich mit einfachen thermolinguistischen Mitteln lösen.“

Beim Zusammentreffen der alten, behäbigen GSV und dem jungen, hungrigen VIZGESGKURIDNIGS bleibt freundschalftes Gefroltz nicht aus: „Ihr seid die mit dem Handlungsbedarf!“ (Rebecca) Außerdem erkennt der VIZGESGKURIDNIGS an, dass die GSV den theoretischen Unterbau zu seinen Aktivitäten liefert. Die protestiert jedoch sofort: „Überbau!“

Jahrestagung des VIZGESGKURIDNIGS

im Anschluss geht es im Regen (doch gottlob größtenteils, bzw. -strecks per Straßenbahn!) zum „Alten Tapentenwerk“, wo die Jahrestagung des VIZGESGKURIDNIGS inkl. demonstrativer Negativapostrophenstanzung vorgesehen ist. Die VIZGES scheinen sich jedoch ein Beispiel an katakuras seit Jahren erfolgreicher Nichtöffentlichkeitsarbeit genommen zu haben: Nicht nur, dass die Negativapostrophenstanzmaschine nicht da ist, auch der Schlüssel zum vorgesehenen Raum im „Tapetenwerk“ ist unauffindbar. Da man nicht länger im Regen vor verschlossenem Tore stehen mag, wird die komplette Jahrestagung von Martin, dem Vorsitzenden des VIZGESGKURIDNIGS, kurzerhand und überaus elegant zur „öffentlichkeitsunwirksamen“ Veranstaltung erkloren und in ein fußläufig erreichbares Ausweichquartier verlegen. Dort schwillt die Menge der Anwesenden mit vier PerVersen und nunmehr fünf Mitgliedern des VIZGESGKURIDNIGS auf beinahe unüberschaubare neun Personen an. Da das Apostrophenstanzen aus technischen Gründen entfallen muss, wird das kulturelle Programm der Jahrestagung des VIZGESGKURIDNIGS komplett von der GSV bestritten. Nach einführenden Worten in das Neutsche durch den Geliebten Sprachführer werden von Kilian, Homer und katakura drei richtungweisende Werke aus dem reichen Oeuvre der GSV zu Gehör gebracht: Drei Limericks (verfossen von Michael), Die Burgsch (verfassen von ku) und Tmetisches Sonett zu Frühlingsanbruch (verfossen von caru).

Die vorausgehenden und anschließenden Disküsse befassen sich u.a. mit:

  • einem vom VIZGESGKURIDNIGS nach THW-Vorbild zu gründenden Linguistischen Hilfswerk (LHW) mit eigener Notrufnummer (z.B. 113) und 24/7 einsatzbereiter Task-Force
  • Neutsch als Fremdsprache (laut der tschechischen Außenstelle des VIZGESGKURIDNIGS wird Neutsch bereits von vielen Nicht-Muttersprachler(inn)en gesprochen, die jedoch oft im falschen, nämlich im DaF-Kurs sitzen); Homer stellt hierbei u.a. fest, dass das Neutsche "so viele Dialekte wie Sprecher" hat
  • Disparativ
  • der Überlegung, ob kunftg die Mittiele und Bekanntmuche des VIZGESGKURIDNIGS zweisprachig (i.e. auf Deutsch und auf Neutsch) erscheinen sesüllen, kekünnen oder gar memüssen

Nach Abschluss der gemeinsamen Veranstult begeben sich die PerVersen unter Martins kundiger Führung zum Hauptbahnhof, wo im Regen (und daher kürzestmolg) die allgemeine Verabschud und damit auch die Beschluuß der PerVers XX erfolgt. Mehr als pflaster- und redemüde begeben sich die PerVersen nach etwa 14 Stunden auf den Beinen in ihre jeweiligen Hotels und Betten. Erst dort wird katakura kurz vor dem Entschlummern inne, dass es auf dieser PerVers weder das vom Geliebten Sprachführer versprochene Sprufki-Ersatzritual gab, noch der perVerse Eid gesprochen wurde. Die Frage, ob aufgrund dessen die Leipziger PerVers überhaupt als vollgültige Pervers gelten kann, stellt katakura nur noch sich selbst. Indes wird darüber postperVerslich noch zu reden sein Auch Ämter wurden (erstmals?) nicht vergeben.

Sonntag, 8. Oktober

Off-PerVers besichtigt Kilian das von ihm "MuBiKü" abgekorzene Museum der Bildenden Künste.

Siehe auch