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Echt reflexive Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen, das Person und Numerus des Subjekts teilt: es pflanzt sich fort, ich eigne mir etwas an, ihr beeilt euch. Es kann nicht weggelassen werden (ihr beeilt) und muss mit dem Subjekt kongruieren (ihr beeilt ihn). Genau das ist aber eine Einschracht der Ausdrucksmölge, die wir in der neutschen Sprache nicht länger hinnehmen wollen. Daher haben wir begonnen, reflexive Verben zu „entspiegeln“ und listen hier die so entstandenen „flexiven“ Verben:

aneignen
„Die Arbeit eignete mir zahlreiche neue Fähigkeiten an.“
anmerken lassen
„Wenn man zusammen mit einem gesuchten Terroristen in den Urlaub fliegen will, ist es wichtig, ihm nichts anmerken zu lassen.“
auseinandersetzen
„Unter Linux wird man dann mit Flashplayer und Java, Plugins, verschiedenen Browsern usw. auseinandergesetzt.“ (Dirk Niemeier)
beeilen
„Durch wilde Peitschenhiebe beeilte er sein Pferd.“
begeben
„...weil sie sich selbst nicht und auch andere nicht in Gefahr begeben wollten,“ sagte einmal ein Polizist bei Drehscheibe Deutschland.
bewerben
„Gesucht: Software, die meine Mindmap mit Skills + Interessen auf Stellenangebote abbildet und mich automatisch bewirbt.“ (@pepasila)
distanzieren
„Hiermit distanziere ich Dora von meinen Fischen. Jene hat mit diesen nichts zu tun.“
einbilden
„Ein guter Propagandist kann den Leuten alles mögliche einbilden.“
entledigen
„Der Lottogewinn entledigte ihn aller Geldsorgen.“
entscheiden
„Die Vielzahl der Probleme entschied sie zu drastischen Maßnahmen.“
entschließen
„Ein Lebkuchenjieper entschloss mich, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen.“
ereignen
„Die Volvox Event Agentur ereignet Konzerte, Kongresse und Liebesparaden.“
erholen
„Dieser Urlaub wird dich gründlich erholen!“
fortpflanzen
„In Zeiten der In-Vitro-Fertilisation kann man nicht nur sich selbst, sondern bei entsprechenden medizinischen Kenntnissen auch andere fortpflanzen.“
fühlen
„Besonders der Veranstalter der bonding-Messe (…) fühlt sich und die Messegäste sowie die Aussteller davon massiv belästigt.“ (CAZ)
fürchten vor
„So wie du redest, fürchtest du mich vor der Zukunft!“
gefallen lassen
„Ein Lifestyle-Coach ist stets bemüht, seinem Kunden nichts Zweitklassiges bieten oder gar gefallen zu lassen.“
gehen lassen
„Ich mach dir heute mal so’n richtig schönen Tag: Ich lass dich gehen.“
hinwegsetzen über
„Pauls Argument setzte auch mich über alle Bedenken hinweg.“
kümmern
„Weil sonst niemand zuständig war, kümmerte der Chef Herrn Meyer darum.“
merken
„Hast du vergessen, dass du die Gartenpforte nicht auflassen darfst? Warte nur, ich werde es dir merken!“
nehmen lassen
„Er ließ es mir nicht nehmen, das Band zu durchschneiden.“
niederknien
„Der Pastor kniete uns in der Kirchenbank nieder.“
räuspern
„Sie suchte einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf und bat ihn, sie nach allen Regeln der Kunst zu räuspern.“
einen Reim machen auf
„Hoffentlich habe ich dir einen Reim auf die Sache machen können!“
verlassen
„Er bot mir keine Hilfe an, sondern verließ mich auf meine Fähigkeiten.“
verlieben
„Ich will einen Psychiater aufsuchen, dass er mich verliebe in die Jahreszahlen und nicht so zugenäht lasse.“ (frei nach Robert Löffler)
verirren
„Ein Fehler des Technikers verirrte den Satelliten.“
vorsehen
„Wenn ich in meiner Zerstreutheit einmal das Gas nicht ausmache, fliegen wir vielleicht beide in die Luft; sieh mich also vor!“
etwas von jemandem weisen
„Annette Schavans von ihr verfasste Dissertation ist kein Plagiat und den Vorwurf weisen wir mit allem Nachdruck von ihr.“ (Hat jeder zweite Professor seine Doktorarbeit plagiiert? | Erbloggtes)
wohlfühlen
„Wenn ich dich so in dem Schaukelstuhl sitzen sehe, fühle ich dich richtig wohl!“
wundern
„Ich werde dich noch wundern, wozu ich alles imstande bin!“
zurechtfinden
„Finde mich mal einer hier zurecht!“
zulegen
„Man sollte dir ein Fahrrad zulegen.“
zuziehen
„Meine Fahrradklingel ist sehr laut und zieht mir daher viel Aufmerksamkeit, aber auch Unmut zu.“

Siehe auch