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Bildbeschreibung: Theodorus Knecht - Leda

Knecht Leda.jpg

Von Ledas Alabasterleib geblonden
Schwob Göttervater Zeus im Kleid des Schwans
Vom Berg Olymp herab und ist darauf gelonden
Bei jenem Weib, das gloob: der weiße Schwan, der kann's.

Und ihn zu grüßen, ihren Willen ihm zu zeigen,
Spriez Leda weit nun ihrer weißen Schenkel Tor,
Auf daß begönne bald das Wiegen und der Reigen
Sorgfältigst Leda ihre Grotte schor zuvor.

Schon lag die Frau von Liebesrausch entzocken,
Der Blick, verklor'n, schwiff längst in fernstes Sein.
Der Schwanengott, des Anblicks fast erschrocken:
"Mein lieber Schwan, sehr schön, da schau' ich gern' mal rein."

Doch jäh, nur allzu jäh zerplotz die Blase
Des Rausches und der Lust auf Kopulur,
Zu nah kam Zeus mit seiner Schwanennase
dem Hort der Liebe und vergangener Rasur.

Benolben schlug sein Federhaupt auf's Laken,
Matt scholtt den Fittich er, grad' so, als wollt' er flieh'n,
Unschwanenhaft entfohr ihm noch ein Quaken,
Dann fiel er um - und es ward Nacht um ihn.

Erst viele Tage später ist geglocken
Weswegen er hauptsalch die Maid erkor.
Er hat recht schlich mit ihr nach alter Art gefocken,
Zwei Kinder gingen später draus hervor.

Den Zweitversuch bonn leinwands mancher Meister,
Herr Michelangelo, sagt man, war gar nicht schlecht.
Doch ist nicht jener der erhabenste der Geister,
Der auch den Erstversuch fixor wie Theo Knecht?

amarillo

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