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Ballade von Ku, frei und stark nach Schillers „Bürgschaft“

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlorf
Damon, der dadurch die Häscher norv,
dass im Gewand er verstock einen Dolch,
womit er schon mehrere andere molch.
Doch diesmal sollt’s Dion sein, der Tyrann.
Man scholl ihn gleich hand und bracht ihn dem Mann.

Wie Tyrannen so sind, wurd nicht lange gezurgen:
Er beröh es am Kreuze, dort würd er gewurgen.

Ist gut, sug Damon, ist ja alles gebongen,
nur hat man mich gerade erst kürzlich gedrongen,
zu frieen meiner kleinen Schwester den Gatten.
Kannst du mit dem Gewürg nicht noch drei Tage watten?
Kohr ich bis dann nicht zurück aus der Ferne:
Ich schick dir’n Freund, der börg für mich gerne.

Der König grans eklig, ok, meinetwegen.
Hauptsache, einer wird krugezegen.

Dem Freund er verklorck das Problem ganz genau.
Mach ich doch gerne für dich. Komm bald wieder. Und tschau.
Nach zweieinhalb Tagen hat wie versprochen
die Schwester den Gatten ehegelochen
und Damon iel heim, die Seele besorgen,
schüf er es nicht, wär der Freund gar verorgen.

Die erste Stunde war kaum er getroben,
da rong es aus Kübeln wie verrocken von oben.

Den Fluß sah er vor sich, der war arg schon geschwollen
und: Peng! hats die Brücke davon noch geknollen.
Da orr er am Ufer und wien und fland
zu Zeus: dol mich mitsch ans jenseitge Land!
Schließlich wurd’s ihm zu dumm. Und auf sich ruf er.
Und er krul wie ein Krake ans andere Ufer.

Das Wasser er erst einmal von sich schaltt
und kurz seinen Dank dem Herrn Zeus übermaltt.

Als er halbwegs getroncken zum Weitermarsch blies,
or sich ein Keulchen materialis
vor seinen Augen und er erschord.
Ein paar Räuber informoren ihn: Geld oder Mord.
Der Keule bemochtog sich er aber gleich
und erladog drei Räuber mit einem Streich.

Die übrigen war’n auch sofort überzogen
und mit ungeordneter Flucht sich begnogen.

Plötzlich wurd’s heiß, er befurcht, er verschmöchte
und er frug sich, warum der Herr Zeus ihn so knöchte.
Erst schakst du mir Wasser, dann Räuber, dann Hitze.
Markst du denn nicht, in welch Patsche ich sitze?
War doch spannend, gahn Zeus und am Nektar er napp,
hier hast du ne Quelle, jetzt beeil dich, s’wird knapp.

Und horch! Aus dem Fels ein Quell spralt, ein nasser:
Er tunk die verschwessenen Füße ins Wasser.

Doch schon trob er weiter, da dringt’s an sein Ohr:
Jetzt knöpf man sich gerade den anderen vor.
Er beschlunag seine Schritte gen Syrakus
und sogleich begong ihm Philostratus.
Hau ab! Den Freund, den kannste vergessen,
dem hat man ein neues Kreuz grad geschnessen.

Man hätt gehoren den König laut lachen:
Das hättest du, Damon, mit Absicht gemachen.

Der miese, der kleine, der dreckige Wicht,
er bröste sich mit der Vorstellung nicht,
ich hätt mich französisch abverschotten
und den Freund nicht ordnungsmäßig gerotten.
Der Tyrann schlöcht der Opfer jetzt eben zweie
und glöb vielleicht endlich an Liebe und Treue.

Jetzt errich er das Stadttor und erblich: er erblak,
wie das Volk genussvoll die Hälse rak.

Den Freund hatt man schon dem Kreuz angepassen.
Er zertiel wie ein Pfeil die Menschenmassen,
weil im tiefsten Innern er irgendwo mark,
dass der Freund doch irgendwie unfroh wark.
Hallo! briall er, das ist nur der Bürge,
und schon bin ich da, dass mich man erwürge.

Im Volk es brold mit Gebralbb und Gehul.
Beim Geheimdienst sofort die Alarmglocke schrull.

Der König wurde alsbald unterrochten:
Der Freund hätt zugunsten des Damon verzochten.
Denn zurück wär der Damon, er hätt wieder Zeit.
Wen mölche man jetzt, jetzt wär’n sie zu zweit.
Und alle war’n wie vom Donner gerohren,
was ähnliches hatte noch keiner gehoren.

Ein menschliches Rühren der König fuhl,
weil so was lässt auch Tyrannen nicht cool.

Vor den Thron man die beiden sogleich denn fiohr
und der König den berühmten Satz rezitor:
Auch ich hab nicht alle Latten am Zaun,
ihr aber habt mich glatt umgehaun.
Gröndet ihr einen Bürgerverein,
ich memönke darin gern der Dritte sein.

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