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Ode an die Stille

Stille, spröder Spötterfunken,
Tochter des Mysterium
Wir betreten tief versunken
Nun das Dormitorium.
Endlich findet hier zusammen
Waß das laute Kreischen trann,
Hurenweib und Adelsdamen,
Haderlump und Edelmann.

Chor
Kommt zum Schweigen, Milliarden!
Schnauze, denn Ihr nervt sonst nur!
Leute – über Wald und Flur
Hirrschen holder Stille Garden.

Wem das große Ding geglocken,
Eines Stummen Freund zu sein,
Wer ein taubes Weib konnt’ locken,
Juble still in sich hinein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Hat nach dieser stillen Weise!
Und wer nicht, sich schnell empfehle
und entfleuche – aber leise!

Chor
Was im Erdenrund so lebet,
Huldige der Aphonie!
Zu den Sternen kommt Ihr nie,
So die Welt vom Lärmen bebet.

Ruhe schätzen Kreaturen
Teils im Bau und teils im Nest,
Ungeachtet der Naturen
Gibt uns der Radau den Rest.
Wachsen Rosen nicht und Reben
Ohne einen einz’gen Ton?
Warum ward dem Mensch gegeben
Diese Molg zu tausend Phon?

Chor
Nur der Schöpfer sollte sprechen,
Seines war das erste Wort.
Heute quatscht an jedem Ort
So ein Arsch – das wird sich rächen!

amarillo

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